SUNSEEKER - FÜNF AUF EINEN STREICH

Sunseeker, 1969 von den Brüdern Robert und John Braithwaite gegründet, und die nach eigenen Angaben weltweit führende Marke für Luxus-Motoryachten, stellte jüngst in einer Aufsehen erregenden PR-Aktion gleich fünf neue Modelle für die Saison vor: bei den von der Werft werbewirksam “Famous Five" genannten Yachten handelt es sich um eine Manhattan 55 und eine Predator 55 EVO, eine 65 Sport Yacht, eine 88 Yacht und eine 90 Ocean.                                      Text_Paul Berg, Fotos SUNSEEKER

 

Zugegeben, das war ein beeindruckendes Bild, als die “Famous Five” in rauschender Formation vor der Küste von Dorset, England, in einen atemberaubenden Sonnenaufgang nach Studland Bay fuhren, weiße Gischtfahnen achteraus lassend und die orange frühe Sonne im tadellosen Lack widerspiegelnd. Doch auch die neuen Modelle sind beeindruckend; mit ihnen wurde die bereits umfangreiche Range nochmals erweitert. Im Angebot sind nun neben den Superyachten 161, 133, 131, 116 und den Yachten 100, 90 Ocean, 95, 88, 87 Ocean Club, 86, 76 und den Sport Yachten 74 und 65 auch die Predator-Modelle 74, 60, 57, 55, 55 Evo und 50 sowie die Manhattan-Yachten 68, 55 und 52 und die Performance-Yacht Hawk 38.

 

Beeindruckend ist auch das außergewöhnliche Tempo, mit der die Produkte entwickelt werden – Pandemie hin oder her. Das hat es in der mehr als 50jährigen Geschichte des Bootsbauers aus Poole, Dorset an der Südküste Englands, der seit 2013 zu der in Peking ansässigen Wanda-Group gehört, noch nicht gegeben. Jedes Jahr verlassen nach Werftangaben rund 150 Boote von 38 bis 161 Fuß Länge die Fertigungs-Hallen, dieser Status soll mit der jüngsten Aktion vor Dorsets Küste mindestens gehalten werden.

 

Seit Sunseeker International damit begonnen hat, 38 Millionen Pfund (etwa 44,3 Millionen Euro) zu investieren, um seine neue Produktentwicklung zwischen 2020 und 2023 beschleunigen zu können, sind das nun die ersten neuen Modelle, die auf den Markt kommen.

 

 

 

PREDATOR 55 EVO

 

Die Predator 55 EVO sei entwickelt worden, um “das Herz zum Rasen” zu bringen, heisst es ganz unbescheiden bei Sunseeker. Das modern Design wird in der gesamten Aufbaustruktur betont, auch im Inneren setzt sich das dynamische Gefühl der Predator-Reihe bei Stoffen und Texturen fort. Einzeln angeordnete Steuersitze im Cockpit ermöglichen es der Crew, die Performance der Yacht zu genießen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. In das Kajütdach aus Kohlefaser sind mehrere Glaspaneele eingearbeitet. Zusammen mit einer clever konzipierten indirekten Beleuchtung, die den Salon umrahmt, wird so das hereinfallende Licht maximiert. Ausgerüstet mit Volvo D11-725-Wellenmotoren, soll die neue Predator 55 EVO 34 Knoten (63 km/h) erreichen können. Weiteres Highlight ist das sogenannte Hydro-Pack, das ein Fly-by-Wire-Lenksystem für außergewöhnliche Agilität nutzt.

 

Technische Spezifikationen: Länge über Alles 17,05 m / 55’11”, Breite 4,48 m, Tiefgang (maximum @ full load) 1,33 m, Verdrängung (@ half load) 21,000 kg, Treibstoff 1.800 l, Wasser 450 l, Schmutzwasser 136 l, Gäste bis zu 6, Motor-Option Volvo Penta bis zu 1.450 PS, Max. Geschwindigkeit bis zu 34 kn (63 km/h), Reichweite @ 21 kn (39 km/h) bis zu 235 sm, Antrieb Welle.

 

 

 

MANHATTAN 55

 

Aufbauend auf der sehr erfolgreichen Manhattan-Range, wurde die Manhattan 55 mit viel Platz für Geselligkeit entwickelt, um ein hohes Maß an Komfort und Luxus zu bieten. Ein Hauptmerkmal dieses neuen Modells ist das innovative Cockpit/ Küchen-Fenster, das auf Knopfdruck abgesenkt werden kann, um “die Natur nach innen bringen zu können”, wie es von Werftseite heisst. Die Verglasungen an Bord sind harmonisch aufeinander abgestimmt, und zusammen mit den hochwertigen Holzoberflächen, den raffinierten Lichtlösungen und dem kühlen, modernen Interieur entstand eine stilvolle Atmosphäre, in welcher Komfort und Entspannung oberste Priorität hat. Die neue Manhattan 55 verfügt über drei große, hübsch designte Kabinen, wobei die Masterkabine besonders voluminös daherkommt und von der großzügigen Rumpfverglasung in viel natürliches Licht getaucht wird. Eine gut ausgestattete Badeplattform mit Beach Club im Heck und einem Entertainment-Bereich auf dem Vordeck sollen die Yacht “perfekt für Familie und Freunde zum Entspannen und Unterhalten” machen.

 

Technische Spezifikationen: Länge über Alles 17,21 m / 56’6”, Breite 4,87 m, Tiefgang 1,37 m, Verdrängung (@ half load) 27.000 kg, Treibstoff 2.200 l, Wasser 600 l, Schmutzwasser 150 l, Gäste bis zu 6 + 1 Crew, Motor-Option Volvo Penta bis zu 1.600 PS (total), Höchstgeschwindigkeit bis zu 32 kn (59 km/h), Reichweite @ 21 kn (39 km/h) bis zu 230 sm, Antriebe Welle oder Pods.

 

 

 

65 SPORT YACHT

 

Die brandneue 65 Sport Yacht setzt den sportlichen und eleganten Stil der beliebten Reihe fort und zeigt die frische Designphilosophie der nächsten Modellgeneration von Sunseeker. Mit ihr wird eine grundlegend neue Yacht im 60-Fuß-Segment gelauncht – mit einem neuen Außendesign, einem innovatives Steuerstand-Konzept und einer stilvollen Interieur-Ausstattung. Mit einem fast unsichtbaren minimalistischen Brückendeck und einer getönten Rumpfverglasung ausgestattet, definiert sich ihr Außenprofil zusätzlich sehr attraktiv mit einer Mischung aus Teak, Kohlefaser und poliertem Edelstahl. Die modulare Sport-Bridge der 65 Sport Yacht kann standardmäßig als Lounge mit komfortabler Chaiselongue und Beifahrersitz oder als Sky Helm mit zwei gepolsterten Schwenksitzen auf beiden Seiten einer Mittelkonsole ausgestattet werden. Das Design umfasst ein neu entwickeltes Steuer, welches nach vorn/oben angehoben werden kann, um den Einstieg in das “Racing-Cockpit” zu erleichtern – oder in seiner erhöhten Position für das Manövrieren im Stehen arretiert werden zu können.

 

Technische Spezifikationen: Länge über Alles 20,50 m / 67’2”, Breite 5.10 m, Tiefgang 1.60 m, Verdrängung 35.810 kg, Treibstoff 3.500 l, Wasser 800 l, Schmutzwasser 200 l, Gäste bis zu 7 + 1 Crew, Motorisierungs-Option Volvo Penta IPS bis zu 2.000 PS, Höchstgeschwindigkeit bis zu 35 kn (65 km/h), Reichweite @ 10 kn (18,5 km/h) bis zu 750 sm, Antriebe Pods.

 

 

 

88 YACHT 

 

Luxus wird personifiziert in der neuen 88 Yacht, die ein Superyachtgefühl mit allen praktischen Vorteilen einer Yacht in dieser Größenkategorie verbindet. Sie hat beeindruckende Außenlinien und wo ausgewählt, ein schlankes Hardtop-Dach mit zentralen Baldachin-Öffnung entweder Canvas oder Aluminium-Lamellen.

 

Sie beherbergt acht Gäste und vier Crewmitglieder in komplettem Luxus und Komfort und kann beeindruckende Geschwindigkeiten von bis zu 30 Knoten erreichen; selten für eine Yacht dieser Größe, aber üblich für einen Sunseeker.

 

Das Äußere der 88 Yacht ist riesig und bietet mehrere Heiligtümer in Bug und Heck. Die Flybridge verfügt über ein geräumiges Deck mit U-förmigen Sitzgelegenheiten, eine Wetbar mit Eismaschine, Grill und zwei Kühlschränken und sogar die Möglichkeit eines Infinity-Whirlpools mit Sonnenpolster.

 

In der Zwischenzeit kann der Beach Club mit freitragendem Sonnenschirm mit X-TEND™ Sonnenliegen ausgestattet werden, die auf Knopfdruck von ihrer abgesenkten Strandkonfiguration in eine erhöhte Cockpitposition umgewandelt werden, zudem bietet sie eine Überkopf-Regendusche und reichlich Stauraum gegenüber einer ausgedehnten Badeplattform.

 

Der Raum, die Anmut und die Innovation auf dieser Yacht ist über das Außergewöhnliche hinaus und setzt sich durch, was sie ohne Zweifel zum Besten ihrer Klasse macht.

 

Technische Spezifikationen: Länge über Alles 26.38 m, Breite 6.47 m, Tiefgang 1.95 m, Verdrängung 75.400 kg, Treibstoff 11.000 l, Wasser 1.400 l, Schwarzwasser 400 l, Gäste bis zu 8 + 4 Crew. Motor MTU bis zu 3.900 PS, Geschwindigkeit max. 28 kn (52 km/h), Range @ 12 kn bis zu 1.300 sm, Antriebe Welle.

 

 

 

90 OCEAN 

 

Den Schritt, welchen Sunseeker in Richtung 90 Fuß unternommen hat, entstand eine völlig neue Kategorie. Die 90 Ocean, welche in der Superyacht-Werfthalle in Poole gebaut wird, besitzt nach Werftangaben 20 Prozent mehr Volumen als ihre Vorgängerin. Erreicht wird das wegen ihrer enormen Breite und durch einen senkrechten Bugsteven, der das innere Volumen weit nach vorn vergrößert. Im erhöhten Cockpit sowie im abgesenkten Beach Club wurden sogenannte X-TEND-Sitze verbaut, die für Entspannung sorgen. Die Flybridge soll nach Sunseeker um ganze 25 Prozent größer sein als bei einer vergleichbaren Yacht und wird mit einem Infinity-Spa-Pool und einem Sideboard mit einem zweiten integrierten Grill geliefert. Der Raum, welcher auch eine Wetbar mit Edelstahl-Spüle, Schubladen-Kühlschränken, Eiswürfelmaschine und Glasbar ausgestattet ist, dient in besonderem Maße der Geselligkeit, während die Gäste an Bord einen unvergleichlichen Panoramablick genießen können.

 

Technische Spezifikationen: Länge über Alles 27,10 m / 88’11”, Breite 7,16 m, Tiefgang 1,86 m, Verdrängung (@half load) 85.000 kg, Treibstoff 13.000 l, Wasser 1.500 l, Schwarzwasser 800 l, Grauwasser 1.125 l, Unterkünfte bis zu 10 Gäste + 4 Crew, Motorisierungs-Option MAN bis zu 3.800 PS, Höchstgeschwindigkeit bis zu 26 kn (48 km/h), Reichweite @ 12 kn (22 km/h) bis zu 1.800 sm, Antriebe Welle.

 

Weitere Informationen über die “Famous Five”-Modelle von Sunseeker: sunseeker.com.

 

 


STÖRCHE ÜBER SILVES - ABENTEUER ALGARVE

Wer Entspannung sucht und den Sommer noch etwas verlängern möchte, der ist im Gebiet der südportugiesischen Algarve genau richtig. Hier gibt es nicht nur weisse Strände und kleine pittoreske Fischerdörfer, wer mag, kann auf Aktiv-Törns auch die wilde Natur und die reiche Kultur und Historie der Region am Südostzipfel der Iberischen Halbinsel entdecken. life@sea.online buchte (im Sommer 2020, als das noch möglich war) einen Paddel-Törn mit dem engagierten und freundlichen Team von „Algarve Selvagem“ entlang des geheimnisvollen, naturnahen Flusses Arade, der ruhig durch den Distrikt Faro fliesst – bis zur Mittelalter-Stadt Silves. Text_Matt. Müncheberg Fotos_Matt.Müncheberg, Algarve Tourism

 

Der größtenteils naturbelassene Rio Arade entspringt in der Serra do Caldeirão, wird in seinem Mittellauf von zwei Talsperren zu Stauseen aufgestaut, fließt an Silves vorbei und mündet schließlich bei Portimão und Ferragudo in den Atlantik. Wir machen es andersherum und befahren den im Hochsommer geheimnisvoll dunkel schimmernden, fischreichen Arade „von unten nach oben“, sprich von der Mündung nördlich von Portimao in Richtung der Quelle.

 

Möglich macht das die Tide des nahen Atlantiks: bei auflaufendem Wasser übernehmen wir unsere stabilen Seekajaks in einem Städtchen mit dem wohlklingenden Namen Mexilhoeira gleich südlich der Straßenbrücke der Landesstraße N125 am Ende der Rua Patricio Judiceonteiro, wo sich auch das Wassersportzentrum des Ortes befindet,  und machen uns auf den Wasser-Weg Richtung Nordosten.

 

Durch das Steigen des Wasserstandes infolge der Gezeiten an der Küste drückt das Wasser ins Land, nun können wir für ein paar Stunden völlig stressfrei mit der Strömung stromaufwärts paddeln. Unser heutiges Tagesziel ist die mittelalterliche Stadt Silves mit ihrer alten Festung, der Kathedrale, den vielen kleinen verwinkelten Gassen – und den vielen Weißstörchen, welche hier auf ihrem Westzug rasten oder sogar überwintern, und so seit langem das Stadtbild prägen.

 

„Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Arade bis nach Silves hinauf schiffbar, heute ist dies aufgrund von Verlandung nicht mehr möglich“, sagt Paulo Martins. Nur mit kleinen, flachgehenden Booten komme man heute noch bis ins Zentrum von Silves hinein. Schon lange gebe es Plände, den Arade bis Silves auszubaggern – geschehen sei indes bis heute noch nichts.

 

Der drahtige, junggebliebene Zweiundsechzigjährige betreibt in seiner Freizeit alle Arten von Wassersport. Vor allem liebt er das Segeln auf dem Atlantik mit größeren Yachten, Paolo ist aber auch professioneller Freitaucher, Surfer – und Paddler.

 

Paddelnd begleiten er und seine Freundin Sandra uns heute auch auf unserem Tages-Törn den Rio Arade hinauf. Paolo ist Kopf des Unternehmens „Algarve Selvagem“, das aus einem Team von Spezialisten besteht, die Interessierten durch verschiedenste Aktivitäten die unberührte Natur der Region nahebringen wollen. „Unsere  Guides haben mehr als 30 Jahre Erfahrungen sowohl in Portugal als auch im Ausland gesammelt“, sagt Paolo, im Fokus des Teams stünden besonders Outdoor-Aktivitäten wie Tauchen, Wandern, Kajakfahren sowie die Vogelbeobachtung, und er wolle sein umfangreiches Wissen gern mit interessierten Besuchern teilen und ihnen verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, die die Region im Öko- und Naturtourismus biete.

 

Gesagt, getan: paddelnd passieren wir erst die Straßenbrücke der Küsten-Landstraße, dann, wenig später unterqueren wir die gewaltige Autobahnbrücke der A22, welche den Südteil Portugals mit dem östlichen Nachbarn Spanien verbindet. Backbordseitig sehen wir am Ufer Reste von Hafenanlagen aus der Römerzeit, die zusehends verfallen.

 

Das auflaufende Wasser „schiebt“ uns sanft Richtung Norden den Ribeira de Arade hinauf. Es ist ein sonniger, heißer Hochsommertag, dessen Hitze ein stetig wehender, kühler Küstenwind erträglich macht. Wir sollen die Sonnencreme nicht vergessen, schärft uns Paolo immer wieder ein, und wir sollen viel trinken.

 

Kurz nach der Passage der Autobahnbrücke legen wir einen ersten Stopp ein. Gleich links hinter der Brücke im Felsen Rocha de Garcia haben die Einwohner von Mexilhoeira ein Bildnis des Heiligen Antonio aufgehängt. Er soll die Fischer beschützen, erklärt Paolo. Früher habe an dieser Stelle eine kleine Statue gestanden. Als diese eines Tages gestohlen worden sei, habe man stattdessen ein Kachel-Bild aufgehängt. Bis heute würden die Fischer der Region hier ihre Gelübde ablegen.

 

Dann biegt der Arade nach rechts, sprich: Richtung Osten ab. Plötzlich ist es ganz still um uns herum, nur das leise Plätschern der Bugwellen an unseren Kajaks begleitet uns auf unserem Törn. Links und rechts des Stromes liegt teilweise durch die Ebbe trockengefallenes sumpfiges Land, das tiefbraun in der Sonne glänzt und das von Strandläufern auf Würmer abgesucht wird. Unweit von uns zieht ein Fischadler vorbei, wir sehen Teichhühner, schwarze Ibisse und Seebrassen.

 

Sogar Flamingos könne man hier zu bestimmten Zeiten bestaunen, sagt Paolo. Wenn man Vögel in ihrer natürlichen Umgebung beobachten wolle, sei unser Tages-Paddeltörn perfekt, denn die Arade-Mündung gelte als Refugium für alle Arten von – teilweise auch sehr seltenen – Vögeln.  Wir passieren  die Fontes de Estômbar und gelangen dann zu einer kleinen Insel, die plötzlich direkt vor uns im breiten Strom liegt.

 

„Der Name der Insel ist Nossa Senhora do Rosario“, erklärt Paolo. Früher habe an dieser Stelle eine Wallfahrtskirche gestanden, die gleichzeitig auch als Leuchtturm gedient haben soll. Außerdem sei die Insel ein Grenzpunkt zwischen den Orten Lagoa, Silves und Portimao gewesen, welcher seit der Römerzeit heftig umkämpft gewesen sein soll. Nach einem dieser zahlreichen Kämpfe sollen Männer aus Ferragudo die Statue der Nossa Senhora do Rosario aus der Kapelle gestohlen haben – wie auch immer, betont Paolo, langsam weiterpaddelnd, heute sei sie jedenfalls in der Kirche von Farragudo zu besichtigen.

 

Der Arade macht nun einen Bogen nach rechts – Richtung Osten – und wird schmaler. An Backbord machen wir einen zunächst unscheinbaren Ponton aus. Dieser entpuppt sich schließlich als der Anleger des chilligen „Club Nautico Silves“ an der Sitio da Rocha Branca – mit einem ausgezeichneten Restaurant und einer Bar namens „Xaranga“. Hier gehen wir längsseits und lassen uns ein paar eisgekühlte Sagres schmecken – wer speisen möchte, sollte unbedingt vorreservieren (Tel. 351-912302535). Es gibt frisches Seafood vom Grill und tolle Weiß- und Rosé-Weine aus der Region; wer mag, kann in einem Pool relaxen.

 

Von hier aus können wir bereits die 11.000 Einwohner-Stadt Silves ausmachen, einstmals Residenz eines Emirats bzw. Sitz eines Bischofs. Als älteste Stadt der Algarve war Silves spätestens im 4. Jahrhundert v. Chr. unter dem Namen Cilpes zunächst von den Phöniziern und den Karthagern besiedelt. Fernhandel bestimmte seit langem das Bild, denn auf dem Rocha Branca, einem Hügel unweit von Silves, fanden sich Produkte aus Griechenland, Phönizien und Karthago. Darüber hinaus ließen sich Münzen mit der Aufschrift „Cilpes“ in die Jahre 206 bis 40 v. Chr. datieren.

 

Unter den Römern wuchs die Siedlung dann zu einer bedeutenden Stadt, obwohl sie keinen Hafen hatte, sondern am Rand der Serra de Monchique lag. Unter den arabischen Namen as-Shilb oder Xelb wurde Silves 713 dann Teil des Umayyaden-Kalifats und wechselte mit der Iberischen Halbinsel nach 756 von den Abbasiden, die in Damaskus die Macht übernommen hatten, zum von dort geflohenen Umayyaden Abd ar-Rahman I. Drei Mal wurde Silves im Laufe der Zeit von christlichen Heeren erobert und fiel 1242/46 endgültig an Portugal.

 

Wir paddeln weiter und erblicken die „Rote Maurenburg“, ein aus dem 9. bis 12. Jahrhundert stammendes, aus rotem Sandstein erbautes Kastell, das mit seinen 60 m tiefen Zisternen (aljibes) etwa 12.000 Quadratmeter einnimmt. Am 3. September 1189 wurde Silves nach längerer Belagerung von einem Kreuzfahrerheer, an dem sich Deutsche, Engländer und Flamen beteiligt hatten, unter dem portugiesischen König Sancho I. erneut eingenommen und geplündert. Seine Bronzestatue steht heute am Eingang der Burg.

 

Gleich daneben können wir schon vom Wasser aus die dreischiffige Kathedrale Sé ausmachen, die anstelle einer früheren Moschee im Jahr 1189 dort gebaut wurde, und die durch das verheerende Erdbeben von 1755 fast vollständig zerstört wurde. Die Kathedrale wurde zwar in der Folge im gotischen Stil wiederaufgebaut, erfuhr aber infolge der häufigen Wiederaufbau- und Restaurierungsarbeiten viele Änderungen.

 

Und dann sehen wir sie – die vielen als Glücksbringer geltenden Weißstörche, welche so charakteristisch sind für die Stadt am Arade River. Gemächlich ziehen sie ihre Kreise über den weißgetünchten Häusern, waten im Schlick des Flussufers umher oder stehen in ihren teils über viele Jahre gewachsenen, grossen Nestern, die sich fast überall in der Stadt auf Schornsteinen, Strommasten und Dächern finden lassen. Weißstörche sind etwa 80 bis 100 Zentimeter lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 Zentimeter. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid rein weiß.

 

Das Wort Storch, früher auch storc, storke, storah, stork, sturka oder storkr lässt sich zu den Wörtern starr, sterke usw. zurückverfolgen. Der Vogel wäre demnach nach seinem stelzenden Gang benannt. Eine andere Wurzel könnte sein, dass sich der Name als Metapher vom Wort stock ableitet, das im Mittelalter für "männliches Glied" stand. Das passt auch zur Sage vom Storch als Kinderbringer, die im germanischen Sprachraum weit verbreitet ist. Das Wort Adebar hingegen ist etwa seit dem 11. Jh. auch noch in den Formen otibero, odebar, odevare, earrebarre und eibert bekannt. Ursprung könnte hier die Deutung des Vogels als Glücksbringer abgeleitet von auda- "Heil, Glück" und bera- "tragen, bringen, gebären" sein.

 

Bei den hier lebenden „Klapperstörchen“ handele es sich um sogenannte „Weststörche“, erklärt Paolo. Die flögen bei Gibraltar über das Mittelmeer, um in Westafrika vom Senegal bis zum Tschadsee den Winter zu verbringen. Die Westzieher seien im Frühjahr eher in den Brutgebieten zurück als die Ostzieher, die über die Türkei nach Afrika fliegen würden. Eine zunehmende Anzahl westziehender Störche aus Mitteleuropa verkürze die Reiseroute und verbleibe für den Winter auf der Iberischen Halbinsel – wie zum Beispiel an der Algarve. Immer wieder könne man beobachten, dass die Störche auch über die Winterzeit in ihren Sommerstandorten wie in Silves verbleiben würden.

 

Als wir in die auf einem Berg erbaute Mittelalterstadt hineinpaddeln, bemerken wir einen jungen Storch, der sich – entgegen dem Volksglauben, dass Störche unverletzlich seien – in einem Abwassergitter am Flussufer unglücklich verhakelt hat und allein nicht mehr loskommt. Steigt das Wasser in den nächsten Stunden, würde er wahrscheinlich ertrinken. Wir lösen seine roten Beine und seine Flügel vorsichtig von den Metallstreben und nehmen ihn in einem unserer Paddelboote mit. Noch ein wenig benommen und wackelig auf den Beinen scheint der junge Adebar die Ausfahrt aber mehr und mehr zu genießen.

 

Als wir schließlich hinter der Ponte Velha, einer römischen Brücke südlich des Ortes, unsere Paddeltour beenden und mit unseren Kajaks anlanden, setzen wir den Storch behutsam an Land. Erst schüttelt er sich ein wenig, dann stolziert er ein paar Meter, schüttelt sich erneut, breitet seine Schwingen aus – und erhebt sich schließlich Richtung stahlblauem Algarve-Sommerhimmel.

 

 

Pro Person kostete der Paddel-Törn 45 Euro, ein Shuttle zurück zum Ausgangspunkt sowie Wasser waren inklusive. Zu buchen u.a. über www.pt4u.pt


MALEDIVEN-BARFUSS-SEGELN

 

Das jüngst eröffnete The Nautilus befindet sich auf der maledivischen Privatinsel Thiladhoo inmitten des UNESCO-Biosphären-Reservates des Baa Atolls. Das Mini-Eiland gehört nicht nur zu den exklusivsten Resorts der Welt, das seinen Gästen viel Flexibilität, Freiheit und Privatsphäre offeriert. Das Management besann sich auch der kulturellen Traditionen, die auf dem mitten im Stillen Ozean gelegenen Archipel viel mit handwerklich perfektem Holz-Bootsbau und geschicktem Segeln zu tun haben. Aus diesem Grund ließ es von den alten Bootsbau-Meistern eines benachbarten Atolls nach originalen Plänen eine traditionelle Bokkura neu bauen. Dieses hübsche kleine, flachgehende Boot mit dem großen Lateiner-Segel steht ab sofort auch den Gästen der Insel für stunden- oder tageweise Törns zur Verfügung. Wer will, steuert selbst, holt das Baumwollsegel dicht oder nimmt die Riemen in die Hände. Wenn dann noch eines der unbewohnten Eilande oder eine Sandbank angesteuert wird,  kann man eine Ahnung davon bekommen, wie es wohl gewesen sein mag auf den pittoresken Malediven – bevor in den Siebzigern der Tourismus- und damit der Bauboom einsetzte, der noch immer ungebremst anhält. life@sea ging an Bord und machte den Selbsttest. Text_Matt Müncheberg Fotos_The Nautilus, Matt Müncheberg

 

Wer darüber hinwegsehen kann , dass es sich bei dem Inselstaat der Malediven mit seinen 1.196 Inseln im Indischen Ozean südwestlich von Sri Lanka – jedenfalls nach westlich- europäischem Verständnis – nicht gerade um eine sogenannte „lupenreine“ Demokratie handelt, dass die Müllproblematik der Inselgruppe nach wie vor prekär ist (bei der Landung auf dem Airport in Malé kann jeder die „Müllinsel“ Thilafushi sehen, auf der ständig offen alle Arten von Müll verbrannt werden), wen es auch nicht stört, dass viele der im Akkord hochgezogenen Touristen-Resort-Eilande nach wie vor durch sogenanntes Landscaping in die gewünschte Form gebracht werden, und dass jede der mittlerweile über 147 Urlauber-Inseln (manche behaupten, es seien schon fast 200) von – Tag und Nacht Unmengen von Diesel schluckenden – riesigen Generatoren angetrieben werden, wer das alles also per se auszublenden gewillt ist, für den gibt es gute Nachrichten.

 

Mit dem The Nautilus Maldives gibt es seit 2019 auf der maledivischen Privatinsel Thiladhoo Island – gelegen inmitten des (eigentlich geschützten) UNESCO-Biosphärenreservates des Baa Atolls – ein neues, kleines aber feines Resort; es wird sogar behauptet, dass es sich bei dem Inselchen um eines der exklusivsten Resorts der Welt handeln soll. Im Hinblick auf die (nicht vorhandenen, festen) Öffnungszeiten der insgesamt drei ausgezeichneten Restaurants, der (auf Wunsch individuell zusammenstellbaren) Menüs und der extraordinären Spa-Behandlungen dürfte daran jedenfalls kein Zweifel bestehen.

 

Es dürfte wohl auch kaum ein anderes Resort auf den aus mehreren Atollen bestehenden Archipels im Indischen Ozean geben, bei dem (neben viel Service, Komfort und Privatsphäre) die Flexibilität und Freiheit des Gastes tatsächlich so großgeschrieben wird wie hier. Geht nicht? – gibt es nicht auf der Insel, die, bevor sie zu „The Nautilus“ umgewidmet wurde, unter dem originären Namen Thiladhoo bekannt war. Soweit irgend möglich, kann hier jeder Gast machen, was er will, und wann er will.

 

Die Wünsche der Gäste nach außergewöhnlichen Erfahrungen werden jedoch nicht nur  bezüglich der insgesamt lediglich 26 Strand- und Overwater-Villen (die hier mit viel Understatement nur „Houses“ heißen), der Menüs in den Restaurants oder spezieller Wedding-, Cinema- oder individueller Wunsch-Events erfüllt. The Nautilus ist zuvörderst auch – zumindest für denjenigen, der hier nicht ausschließlich relaxen und schlemmern will – ein wahres Wassersport- Eldorado: Paddeln in Seekayaks ist ebenso selbstverständlich (kostenfrei) möglich wie SUPen, Kat-Segeln, Kiten und Schnorcheln in und außerhalb der Lagune, in welcher sich kleine Haie, Rochen und viele bunte Fische tummeln.

 

Gegen Gebühr gibt es auch motorisierten Wassersport wie etwa die Nutzung von modernen Jet-Skies. Wer will, unternimmt stunden- oder tageweise Törns mit einer (zwar nicht mehr ganz neuen, aber sehr gepflegten) 54 Fuß langen Princess-Motoryacht und lässt sich vom Vorschiff oder der komfortablen Flybridge aus Plätze zeigen, an denen Delphine springen oder Manta Reys elegant durchs Wasser pflügen.

 

Für Hochsee-Angler wurde jüngst sogar eine neue Riviera-Motoryacht mit großem Achter-Cockpit und allem erdenklichen Gerät angeschafft, und für Taucher gibt es die unter Kennern wegen ihres besonders Fisch- (und Hai-) reichen Riffs angesagte, geschützte Hanifaru Bay, in der zu bestimmten Zeiten – zumeist in der zweiten Jahreshälfte – viele der eleganten, großen Manta Reys und die friedlichen Walhaie anzutreffen sind.

 

Was The Nautilus jedoch für die Segler unter den Wassersport-Fans so besonders (und damit auch für unser life@sea-Team interessant) macht, ist die bewusste Besinnung auf die Tradition, zumindest was den Bootsbau betrifft. So wurde etwa gleich nach Eröffnung des Resorts vor einigen Monaten von Holzbootsbauern eines benachbarten Atolls aufwendig eines der traditionellen Bokkura-Segelboote nach historischen Vorbildern komplett neu gebaut.

 

Hölzerne Bokkuras sind die kleinsten traditionellen Boote, die bis vor einigen Jahrzehnten noch zu Hunderten auf den Malediven anzutreffen waren, und die, seit die viel praktischeren, motorisierten Kunststoff-Boote auf dem Archipel Einzug gehalten haben, aktuell vom „Aussterben“ bedroht sind.

 

Bokkuras, die den traditionellen Dhonis ähneln, aber mit maximal sechs bis acht Metern Länge viel kleiner sind als diese und lediglich Platz für bis zu drei Segler bieten, wurden früher von den Einheimischen oft zum Fischen an den Riffen genutzt, und sie dienten als Tender-Boote zwischen den großen Dhonis und den flachen Stränden, denn Stege, Häfen und Jetties gab es damals noch nicht.

 

Die Bokkura von Thiladhoo hat – wie ihre originalen Vorgängerinnen auch – traditionell zwei Riemen, die mit Enden an nach oben verlängerten Spanten des Rumpfes fest aber beweglich verbunden sind. Man rudert das Boot allein oder zu zweit mit dem Blick Richtung Heck durch eine Öffnung im Riff hinaus in die offene See, dann wird – nachdem mit wenigen Handgriffen aus Tauwerk Wanten und Vorstag gespannt wurden – das an einer langen Spiere, auch Lateinrah genannt, befestigte dreieckige Lateiner-Segel gesetzt. Das ist in Relation zu dem kleinen, verhältnismäsßg flachgehenden Rumpf (das Boot besitzt keinen Kiel) ziemlich groß bemessen.

 

Da das originale, aus Baumwoll-Streifen längs zusammengenähte Latein-Segel nicht gerefft werden kann, sollte man vorher genau aufs Wetter schauen: droht stärkerer Wind, ist man gut beraten, vorn vornherein ein kleineres Segel anzuschlagen. Die einzige vorhandene Schot, die gleichzeitig zum Dichtholen des Segels, zum Niederholen des Unterlieks und Straffen des Achterlieks dient, verläuft wie bei einem Vorsegel von der Schothorn-Kausch  zunächst nach unten durch eine hölzerne Führung und von dort zu einer festen, achterlich aufgestellten Baumstütze, An dieser wird oben, ähnlich wie auf einer Klampe, die Schot so belegt, dass diese zwar fest ist, aber dennoch jederzeit schnell gelöst werden kann, falls das erforderlich ist.

 

Gesteuert wird stehend mit einem Fuß auf der hölzernen Pinne, die auf ein schräges Spatenruder aufgesteckt ist; dieses ist wiederum – ebenfalls mit Tauwerk – fest aber trotzdem beweglich mit dem spitz zulaufenden Heck des Bootes verbunden. Als ich mich wie vom Jollensegeln gewohnt aufs Deck des Hecks setzen will, Blick nach vorn und die Pinne in der einen sowie die Schot in der anderen Hand haltend, ernte ich von den maledivischen Seglern nur belustigte und missbilligende Blicke.

 

Also stelle ich mich ins Boot, Fuss auf die Pinne, Schot locker am Top der Baumstütze belegt – na geht doch; nun sind die Locals zufrieden und nicken anerkennend ob des Faktes, das unser Bötchen geradeaus fährt – mit mir Greenhorn am Steuer. Nach kurzer Zeit an der Pinne stelle ich fest: das Prinzip funktioniert – bei moderatem, gleichmäsßg wehendem Wind – ausgezeichnet und macht nach kurzer Eingewöhnungszeit richtig Spaß. Wer wie wir einige seglerische Erfahrungen mit hölzernen und modernen (europäischen) Jollen hat, wird keine Probleme mit dem Steuern einer Bokkura haben, zudem auch die Segelführung vergleichsweise einfach gehalten ist.

 

Dennoch sollte das Segeln mit diesem liebenswerten, traditionellen offenen Boot nicht unterschätzt werden. Frischt der Wind auf, geht die Bokkura ab wie „Schmidts Katze“ – und erreicht einen Speed, den man dem kleinen, aus Kokospalmen-Holz gebauten Boot nicht zugetraut hätte. Jetzt ist Konzentration am Steuer gefragt, auch muss der Versatz durch den Wind mit einberechnet werden, der – in Ermangelung eines Kiels – nicht unerheblich ist.

 

Zudem macht es sich jetzt durchaus positiv bemerkbar, wenn die Crew – wie wir aus dem Regattasport kommend – ohne viel Nachzudenken intuitiv trimmt. Denn: das kleine, flachgehende Boot besitzt verhältnismäßig wenig Freibord, und es ist rank – das heißt:  ziemlich wackelig.

 

Haarig wird es, soll die – eigentlich jedoch sehr gutmütige – Bokkura bei etwas mehr Wind gewendet werden. Denn nun muss – nachdem man zunächst, so gut es geht, an Fahrt gewonnen hat – das verhältnismäßig große Lateinersegel, im Wind stehend, möglichst schnell zusammengerollt werden, um dann mit der gesamten, ziemlich unhandlichen Spiere über den Masttop gehievt werden zu können.

 

Im Idealfall geschieht dies, nachdem der Bug durch den Wind gegangen ist. Wenn sich das Boot dann auf dem neuen Bug befindet, wird das Segel schnell wieder ausgerollt und sofort dichtgeholt. Hat man Zeit, ist es keine Schande, dieses Manöver durch Paddeln zu unterstützen. Und im Zweifelsfall hat man hier auf den Malediven viel von diesem kostbaren Stoff: Zeit. So kann, während ein Crewmitglied rudert, sich ein anderes an Bord voll und ganz auf das Segel konzentrieren, während der Skipper achtern den Kurs hält.      

 

Nachdem wir eine Weile so einige Eilande des Baa-Atolls abgesegelt sind, passieren wir Madhiri Vadhoo. Madhiri steht in Dhivehi, der Sprache der Malediven, für Mücken, Vadhoo für Insel, und so taufen wir dieses Inselchen, welches Thiladhoo vorgelagert ist, kurzerhand Moskito Island. Die natürliche, unbebaute und unbewohnte Insel gibt uns einen Eindruck davon, wie die Inseln des Baa-Atolls einst ausgesehen haben müssen, bevor vor einigen Jahrzehnten der Tourismus-Boom auf dem Archipel eingesetzt hat.  

 

Ein sandiges Eiland, in dessen Mitte sich außer ein paar Palmen, Buschwerk – und im Fall von Moskito Island – in der Mitte ein kleiner See befindet, wie aus der Zeit gefallen, idyllisch, kitschig schön und zu einem spontanen Besuch einladend. Info: thenautilusmaldives.com

 

HINKOMMEN: Etwa mit Turkish Airlines über Istanbul, turkishairlines.com  

 

 

 

WAS JEDER TUN KANN, UM DIE UMWELT ZU SCHÜTZEN

 

 

Bevor man seinen Malediven-Urlaub bucht, sollte man sich informieren, wie es das Resort mit der Umwelt hält. Es gibt Resorts, die konsequent Müll vermeiden, und anfallende Restabfälle fachgerecht entsorgen oder sogar recyceln. Einige Unternehmen ersetzen nach und nach Plastik- gegen Glasflaschen, Kaffeemaschinen mit in Aluminium eingeschweißten Plastik-Kapseln in den Bungalows gegen die Umwelt schonendere Geräte, und sogar Glas wird teilweise eingeschmolzen und daraus neue Behältnisse oder gar Kunst gemacht. Es gibt Resorts, die die Dächer ihrer Villen, Spas, Restaurants und Staff- Gebäude mit Solardächern bestücken, um den Dieselverbrauch der Generatoren wenigstens ein wenig eindämmen zu können. Auf The Nautilus werden die Gäste dazu angehalten, Müll zu vermeiden, Wasser gibt es nur in Glasflaschen, der Müll wird getrennt und nach Thilafushi gebracht, und die Urlauber werden aufgefordert, ihren im Resort anfallenden Plastikmüll einfach wieder mit nach Hause zu nehmen – auch wir haben uns während unseres Aufenthaltes daran gehalten. Natürlich ersetzt das alles nicht eine – bisher nicht vorhandene – solide Umweltpolitik der maledivischen Regierung, die diesen Namen wirklich verdient.