MIT SKY-HELM UND BEACH CLUB -    NEUE 65 SPORT YACHT VON SUNSEEKER

Nachdem Sunseeker auf der Anfang Oktober 2020 gelaufenen Genoa Boat Show ihr neuestes Flybridge-Modell, die Manhattan 68 mit Twin IPS 1350-Antrieb, gezeigt hatte, folgt nun nur ein knappes halbes Jahr später bereits ein weiteres Modell der damit bereits auf 21 Yachten angewachsenen Range. Die neue 65 Sport Yacht soll die “frische Designphilosophie der nächsten Modellgeneration von Sunseeker” und “das Engagement der Marke” zeigen, “noch aufregendere neue Produkte auf den Markt zu bringen”. life@sea.online – Kurzcheck der bis zu 70 km/h schnellen Yacht mit dem großen Beach Club und dem “Sky Helm” mit Cabrio-Feeling. Text_Matt. Müncheberg Fotos_Sunseeker

 

Bereits auf der 60. Auflage der Genoa Boat Show Anfang Oktober des vergangegen Jahres kündete Andrea Frabetti, CEO der Sunseeker International Limited mit Sitz in Pool, Dorset, bei der Vorstellung der neuen Manhattan 68 weitere Premieren “für die kommenden Monate” an.

 

Man habe die Corona-bedingte Krise, in welcher die Produktionsbänder monatelang gestoppt worden seien, zum Anlass genommen, die Produktionskosten bei den Superyachten (100 Fuß „plus“) um 19 Prozent und die bei den „großen Yachten“ (80 bis 99 Fuß Länge) um 11 Prozent zu senken. Neben der Manhattan 68, welche beim letzten Salone Nautico präsentiert wurde, arbeitete die Werft schon zu dieser Zeit an gleich fünf weiteren Premieren, welche eigentlich für die boot in Düsseldorf im Januar dieses Jahres geplant gewesen waren.

 

Nun, die boot musste bekanntlich verschoben werden, erst auf April, danach um ein ganzes Jahr auf Januar 2022 – spätestens dann sollen jedoch die neuen Modelle Manhattan 55, Predator 55 EVO, eine 88 Yacht und eine 90 Ocean vorgestellt werden.

 

Die große Anzahl der in Düsseldorf ursprünglich geplanten Premieren erkläre sich daraus, dass neben dem Cannes Yachting Festival und der Monaco Yacht Show im letzten Jahr auch die Messe in Southampton ausgefallen sei, sagte Frabetti. Insgesamt sollen in den kommenden Monaten nun 12 neue Modelle präsentiert werden, und weitere 14 neue Modelle seien zudem bis 2022/23 „in der Entwicklung“. 

 

Neben den Premieren, welche eigentlich für die boot im Januar 2020 geplant waren, werde es etwas später auch noch eine neue Superhawk 55, eine Predator 65 und 74 XPS, die Sportyachten 74 XPS und 76 Aft Galley, eine 100 Yacht sowie eine 42 Ocean geben, verkündete Frabetti, und 2021 werde Sunseeker International endlich auch seine mit Spannung erwartete erste Serienyacht mit Hybridantrieb auf den Markt bringen, heißt es von Werftseite.   

 

Die erste der angekündigten neuen Yachten ist nun die 65 Sport Yacht. 12 Monate hatte das Team von Sunseeker in seinem Design- und Technologiezentrum in Poole, Dorset, für die Entwicklung dieser frisch und modern daherkommenden Yacht benötigt. Die Yacht verkörpere “neueste Design- und technologischen Bauprozesse” und unterscheide sich durch ihr “skulpturales Außendesigns, das innovative Steuerkonzept und der stilvollen Innenausstattung grundlegend von der aktuellen Sunseeker-Baureihe im 60-Fuß-Segment”. Kein Bereich sei bei der “Suche nach Perfektion” außer Acht gelassen worden, heisst es von Werftseite.

 

Das beginnt bereits mit dem schlanken Außenprofil mit einem fast unsichtbaren minimalistischen Brückendeck und einer cleveren Rumpfverglasung. Die Fenster betonen zum einen die modern, sportliche Linie, und zum anderen kann so viel natürliches Licht in die unteren Decksräume geleitet werden. Das Äußere ist eine Mischung aus getöntem Glas, Teakholz, Kohlefaser und poliertem Edelstahl – Tradition und Hightech ergänzen sich auf der Yacht auf eine modern und dennoch sehr angenehme Weise miteinander.

 

Herzstück dieser neuen, dynamisch wirkenden Yacht ist die modulare Sport-Brücke, die auf zwei Arten spezifiziert werden kann: als Standard-Sky-Lounge mit bequemer Chaiselongue und Begleitersitzen oder als innovativer Sky-Steuerstand. Von zwei gepolsterten Sitzen aus, die zu beiden Seiten einer Mittelkonsole niedrig angeordnet sind, kann die Instrumentierung auf einem modernen Plotter mit Retro-Chromzifferblättern gut eingesehen werden.  

 

Ergänzt wird der Steuerstand durch ein modernes Steuerelement aus Vollcarbon, welches angehoben werden kann, um den Einstieg in die Sitze zu erleichtern. We rim Stehen steuern möchte, verriegelt das Steuer einfach in einer “Oben”- Position. Beide Cockpitsitze können nach achtern gedreht werden – um sich den Gästen zuwenden zu können. Die Windschutzscheibe kann darüber hinaus nach unten versenkt werden – so kann man sich die frische Seeluft um die Nase wehen lassen, und ein “Cabrio”-Feeling kommt auf.

 

Der Zugang zur “Sport”-Brücke erfolgt über eine leichte Treppe aus Edelstahl, Carbon und Teakholz.

 

Das großzügig angelegte, modulare Cockpit, kann auf verschiedene Weise genutzt werden. Backbordseitig sind große J-förmige Loungesitze angeordnet, die achtern von der Kombüse aus über die gesamte Breite des Cockpits verlaufen und auf ein großes Sunpad über der Dinghy-Garage zulaufen. Alternativ kann das Fenster vor der Kombüse mit zentral angeordneten Loungesitzen vor der Sonnenliegefläche elektrisch eingefahren werden, um den Bereich so im Handumdrehen in eine gesellige Bareinheit mit passenden Hockern umzuwandeln.

 

An Steuerbord lässt sich die überlappende Eingangsverglasung mühelos entfernen, sodass das Cockpit nahtlos in das großzügige und komfortable Interieur übergeht, das von der weitläufigen Verglasung des Aufbaus dominiert wird. Hier hat der Salon zahlreiche Verbesserungen erhalten, sowohl durch neue Möbeldesigns als auch durch subtile, aber wirksame Details der ansprechend geformten Polster und Schränke mit polierten Edelstahl-Highlights. Das große integrierte Oberlicht über dem Steuer ist mehr als zwei Meter breit und durchflutet den Wohnraum mit noch mehr natürlichem Licht.

 

Die mittschiffs angeordenete geräumige Hauptkabine läuft über die gesamte Schiffsbreite, eine weitere Gästekabine für 2 Personen befindet sich unmittelbar davor an Steuerbord-Seite, und die vorliche VIP-Kabine wurde sorgfältig überarbeitet, um noch mehr Platz (für 2) zu schaffen. Jede Kabine ist mit einem eigenen Bad ausgestattet, und es gibt einen zusätzlichen Dayhead. Optional kann im Unterdeck ein offenes Owners Office eingerichtet werden, welches mit der Hauptkabine, einer zusätzlichen Kabine mit einem Schlafplatz oder einer Miniküche verbunden werden kann und dem Eigentümer maximale Flexibilität bietet.

 

Durch ein cleveres neues Design befindet sich die voll ausgestattete Mannschaftskabine nun direkt vor der Tender-Garage (gleich achtern der Owners Cabin) und ist über eine spezielle Luke im Cockpit zugänglich. Möglich wird das durch die platzsparende Installation eines IPS-Systems von Volvo Penta an Bord. In der extra breiten Tender-Garage mit vollständig bündigem Boden kann so auch ein ein Williams 345-Jet-Tender über eine neue hydraulische Schiebe-Badeplattform transportiert und gestartet werden. Das dürfte ziemlich neu für eine Yacht dieser Größenordnung sein.

 

Sollte sich ein Eigentümer der Yacht dafür entscheiden, den Tender auf der Badeplattform zu platzieren, kann der frei gewordene Garagen-Raum auch als voll ausgestatteter "Beach Club" mit direktem Zugang zum Meer über geformte Stufen und modulareren Optionen für Bar-, Kühlschrank- / Eismaschineneinheiten geordert werden. Grill und freistehende Sitzgelegenheiten sind dann ebenfalls enthalten.

 

Beide Optionen sehen jeweils zwei integrierte Regenduschen und Lautsprecher vor dem göffneten Garagentor vor - perfekt für Partys im oder am Wasser. Geformte Stufen mit gebogenen Flexiteak-Belägen bilden ein schönes, symmetrisches Heck.

 

Die neue 65 Sport Yacht macht macht ihrem Namen mit Geschwindigkeiten von bis zu 38 Knoten (70 km/h) alle Ehre - dank der Volvo Penta IPS-1200- oder IPS-1350-Motoren, welche anerkanntermaßen eine gute Manövrierfähigkeit und ein hohes Maß an Effizienz und dynamischer Leistung bieten.

 

„Unsere Designer haben viel Zeit damit verbracht, die Schlüsselmerkmale dieser brandneuen  Sportyacht zu verbessern”, zeigte sich CEO Andrea Frabetti bei der Vorstellung des neuesten Wurfes aus Dorset zufrieden. Es zeige sich bei der neuen Sunseeker, dass der neu gestaltete Beach Club ein “völlig neues Erlebnis für diejenigen, die nahe am Wasser sein möchten”, biete, während der innovative Sky Helm der 65 Sport Yacht “ein Fahrerlebnis” biete, “das seinesgleichen sucht”. Zudem biete die neue Yacht ein bisher ungeahntes Maß an aufregender Fahr-Dynamik.

 

Und wie sonst auch bei Sunseeker gilt auch bei dieser Yacht: wem das alles noch nicht ausreicht, der kann sich vom werfteigenen Customizing-Service seine ganz eigene Yacht individuell zusammenstellen und noch weiter „personalisieren“ lassen.

 

Weitere Informationen: sunseekergermany.eu, sunseeker.com. Die Nachfrage nach den größeren Modellen des Unternehmens wächst von Jahr zu Jahr. Mehr als 140 Yachten mit einer Länge von über 100 Fuß wurden bereits ausgeliefert. Dieser Anstieg der Nachfrage nach größeren Modellen war die treibende Kraft hinter Sunseekers Plänen, seine Fertigung nun auch auf die Welt der Metallyachten auszudehnen. Mit dieser Neuentwicklung will Sunseeker demnächst seine größte Superyacht aller Zeiten produzieren, die 50M (Voraussichtlicher Launch: 1. Halbjahr 2021). Die aktuelle Range besteht aktuell aus 21 Modellen: Superyacht 50M Ocean, 42M Ocean, 131, 116, Yacht 100, 95, 90 Ocean, 88, 86, 76, Sportyacht 65, 74, 65, Predator 74, 60 EVO, 55 EVO, 50, Manhattan 68, 55, 52, Performance Hawk 38.

 

 

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN

Länge ü.A.: 20,46 m

Breite: 5,05 m

Tiefgang (voll bel., inkl. Props): 1,6 m

Verdrängung: 35.700 kg

Kabinen: 3 Gäste + 1 Crew

Personen max.: 7 + 2 Crew

Wasser: 800 l

Treibstoff: 3.500 l

Motorisierung: 2 x Volvo Penta IPS bis zu (gesamt) 2.000 PS

Antrieb: Pods

Geschwindigkeit max.: 38 kn (70 km/h, Werftangaben) 

Reichweite @ 10 knots: 900 sm (1.670 km)

 


DIE UNVERWECHSELBARE…    NEUE 68 METER SOARING VON A & R

Was ist gutes Design? Dazu gibt es viele Meinungen. Thomas Mühe, Christian Schäfer und Henning Krohn vom Bremer Büro Focus Yacht Design haben ihre eigene Definition entwickelt. Ihnen geht es zunächst weniger um Fragen der Materialität, der Formen, Farben oder Moden. Sie beschäftigt in erster Linie die Bedeutung und der Charakter einer Yacht, verstanden als Eigenheit, Wesenszug und letztlich als ein Spiegel der Eigner-Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit allein sei das „maßgebliche Kriterium aller ästhetischen und technischen Entscheidungen jedes FYD-Projekts“, sagt Thomas Mühe. Das habe auch bei der Entwicklung des Interiors und des Exterior-Designs der 68 Meter langen Megayacht MY SOARING von A & R gegolten. Ziel bei dieser Yacht sei es nicht gewesen, eine „Auswahl hübscher Details“, sondern ein „stimmiges Ganzes“ zu schaffen; „durchaus repräsentativ, aber vor allem dazu da, die Wünsche und Lebensthemen des Eigners zu repräsentieren“. sea@life.online sprach mit Thomas Mühe über „gutes Design“ der mit mehr als 4.000 PS befeuerten neuen Stahl-/Aluminium-Megayacht SOARING von A&R.  Text/Interview_Matt. Müncheberg, Fotos_A&R, FYD

Gebaut wurde SOARING für einen erfahrenen Eigner, dessen Briefing unter anderem ein separates Eigner-Deck mit einer Suite im Heck listete sowie möglichst große Tender und ein Gym samt Spa mit direktem Zugang zum Wasser. Den Design-Pitch entschied schließlich Focus Yacht Design für sich. Das Bremer Studio – nicht weit von der Werft entfernt – zeichnete ein harmonisches, modernes Exterior, das mit seinen Fensterflächen, seiner vom Bug bis zur Badeplattform reichenden Linienführung und seiner grau-weißen Farbgebung für einen sofortigen Wiedererkennungswert sorgt. Der für SOARING verantwortliche Designer Thomas Mühe sagt: „Mit dieser durchgezogenen Linie, die sich über die gesamte Yachtlänge erstreckt, habe ich schon viele Jahre experimentiert. Auf SOARING konnte sie nun endlich umgesetzt werden.“ Ein weiteres, kennzeichnendes Merkmal sind die Fenster im Bugbereich, die als Einheit wirken und SOARING eine gewisse Dynamik verleihen. Es habe „kein Interesse an einer Yacht“ bestanden, „die man verwechseln kann“.

 

1 sea@life.online: An welchen Projekten arbeiteten Sie vor SOARING? Thomas Mühe: Focus Yacht Design wurde 2007 gegründet, um eine Serie von in Deutschland gebauten 73 Meter-Motoryachten zu konzipieren und außen zu gestalten. PLAN B und ODESSA II wurden bei der HDW und bei Nobiskrug gebaut. Der Einstieg in das Interieur Design erfolgte mit der in Antalya gebauten IRIMARI, einer 63 Meter langen Motoryacht mit großem Innenvolumen. 2013 erfolgte die Ablieferung der 55 Meter langen ENGELBERG von AMELS, in der das Interior in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Landschaftsarchitekten Enzo Enea entstand. Es folgten einige Außen- und Innendesigns für die Firma Drettmann sowie ein Refit der MY OCEAN DREAM in der Türkei. SOARING ist die erste Yacht, die wir sowohl von innen als auch von außen gestaltet haben.

 

2 Wie kam es zur Beauftragung? Abeking & Rasmussen lud uns ein, an einem Design-Wettbewerb für eine 62 Meter-Motoryacht teilzunehmen. A&R kannte unsere Arbeit, und sie hatten das Gefühl, daß diese zu dem Eigner gut passen könnte. Wir begannen mit einem Konzept für das Außenprofil, das dem Kunden auf Anhieb gefiel. Ihn faszinierte die Vorstellung von einer klassischen Yacht mit einem zeitgenössischen Erscheinungsbild.

 

3 Was waren die Wünsche des Eigners? Nun, die Yacht sollte einerseits elegant und sportlich wirken, andererseits insgesamt klassische Proportionen haben. Von Anfang an war der Kunde von dem holistischen (ganzheitlichen, holos = altgriechisch „ganz“, Anm. d. Red.) Ansatz überzeugt. Die Kombination von Klassik und Moderne, mit der das Profil entwickelt wurde, findet sich im Inneren wieder: Dort gibt es klassische Aspekte, Materialien und Anmutungen, welche mit einer modernen Designsprache kombiniert wurden. Der Kunde war von Anfang an sehr eng in den Designprozess eingebunden. Ein Beispiel für ein Detail, das vom Kunden direkt vorgeschlagen wurde, ist der hinterleuchtete Onyx in der Library. Die Idee kam vom Kunden, die Umsetzung von uns, und gemeinsam reisten wir nach Italien, um den perfekten Stein zu finden.

 

4 Für welche Fahrtgebiete wurde die Yacht konzipiert, und wofür soll sie vor allem genutzt werden? Während der ursprünglichen Konzeption war die Yacht für weltweite Reisen als Familienyacht gedacht. Etwas später kam die Möglichkeit des Einsatzes als Charteryacht hinzu.

 

5 Woraus resultierte die Länge der Yacht? Die Länge von 62 Metern war Teil des Designwettbewerbes.  Während der Konzeptphase änderte sich die Länge jedoch noch etwas, um einigen Räumen eine bessere Proportion und Nutzbarkeit geben zu können, auf 68 Meter.

 

6 Was waren aus Ihrer Sicht besondere Herausforderungen bei der Gestaltung der Yacht? Uns war es sehr wichtig, Widersprüche zwischen Außendesign und innerer Nutzung zu vermeiden. Ein gutes Beispiel ist der große Bogen im Profil. Dieser führt in einem Zug vom Bug bis zur Schwimmplattform und stellt ein wesentliches, charakteristisches Design-Element dar. Es war kein einfaches Unterfangen, einen Weg zu finden, der diesen Bogen in einer guten Spannung für das Außendesign zuläßt, ohne gleichzeitig den Blick aus dem Hauptsalon zu beeinträchtigen. Dieses Detail zeigte uns, wie vorteilhaft es ist, wenn man Innen- und Außendesign gleichzeitig und quasi aus einer Hand bearbeiten kann.

 

7 Welche außergewöhnlichen Lösungen an Bord gibt es – maßgeschneidert auf die Wünsche des Eigners und die Anforderungen der Yacht? Der Eigner bat uns, ein sehr persönliches Themenfeld in dem Interieur abzubilden. Selbstverständlich können wir diese persönlichen Standpunkte und Präferenzen nicht offenlegen, aber die Themen der Kabinen wirken auch, ohne daß man einen persönlichen Hintergrund kennt.

 

8 Bitte dennoch ein paar Worte zu der in die Paneele eingelassenen Sternen-Konstellationen im Dining-Bereich des Main Decks… Das Lichtobjekt zeigt zwei – auf beiden Seiten unterschiedliche – Planetenkonstellationen zu einem für den Eigner wichtigen exakten Zeitpunkt in der Vergangenheit. Die Ermittlung dieser ganz konkreten Konstellationen in unserem Sonnensystem wurden von uns bei einem amerikanischen Unternehmen in Auftrag gegeben.

 

9 Woher stammt der eingearbeitete Meteorit? Es handelt sich um zwei unbeschädigte Einzelstücke des sogenannte Sichote-Alin-Eisenmeteoriten aus dem sibirischen Meteoritenschauer von 1947. (Anm. d. Red.: Sichote-Alin (russ. Сихотэ-Алинский метеорит) war ein Eisenmeteorit, der am Morgen des 12. Februar 1947 mit einer Masse von 100 bis 200 Tonnen und einem Durchmesser von drei bis vier Metern und mit einer Geschwindigkeit von 50.000 km/h in die Erdatmosphäre über Ostsibirien eintrat. Schließlich zerplatzte der Meteorit; mehrere tausend Bruchstücke gingen daraufhin als Meteoritenschauer innerhalb eines elliptischen Streufelds von vier Kilometern Breite und 12 Kilometern Länge nieder).

 

10 Wie kam die Bronzeskulptur von Claus Hartmann an Bord? Die Hippo-Idee stammt aus dem thematischen Gesamtkonzept der Yacht. Wir haben es entworfen und dann von Claus Hartmann umsetzen lassen.

 

11 Wie wurde der Spagat zwischen „individueller Note“ und allgemeiner „Charter-tauglichkeit“ der Yacht erreicht? Die private Nutzung war Teil des ursprünglichen Konzeptes, wie man etwa an der Position der Eignerkabine achtern erkennen kann. Das gab uns die Möglichkeit, diese tolle Library mit dem Blick nach vorn zu schaffen. Dieser Raum funktioniert auch für Charter-Gäste ganz fantastisch und läßt das Hauptdeck vorn komplett frei für die Gästekabinen, die dadurch alle große Fenster aufweisen können.

 

12 Wie lange währten die Design-Arbeiten? Wir haben knapp vier Jahre an dem Projekt gearbeitet. Nach dem Innen- und Außendesign wurden wir auch mit der Ausstattung, Dekoration und dem Kunstkonzept des Schiffs beauftragt.

 

13 Welcher ist ihr persönlicher Lieblings-Bereich an Bord? Das läßt sich wirklich schwer sagen. Vielleicht ist es die Bibliothek mit dem Panoramablick aufs Meer, für die wir, wie für das ganze Schiff auch, die Ausstattung entwickelt und ausgesucht haben... Vielleicht auch der Bereich davor, drei foreward facing-Sofas für eine kleine Runde oder den Sundowner zu zweit… Oder der Beachclub mit Sportprogramm und anschließendem Sprung ins Meer…

 

14 Welche Projekte stehen als nächste an? Für eine befreundete Werft arbeiten wir an einigen Spezialschiff-Projekten, unter anderem mit hochinteressanten Wasserstoffantrieben.  Neben dem bereits begonnenen Refit einer Gentlemen-Yacht sind mehrere Yachten von 65 bis 98 Meter Länge in der Projektphase, und wir hoffen, dass diese bald den erwünschten Startschuss erhalten.

Das Interview führte Matt. Müncheberg.

 

Weitere Informationen Focus Yacht Design: focusyachtdesign.de. Info Abeking & Rasmussen Yachtwerft: abeking.com

 

 

 

SOARING – KURZCHECK

 

Lower Deck

Auf dem Unterdeck gibt es einen Beachclub, der einen direkten Zugang zur Badeplattform besitzt. Zusammen mit dem angeschlossenen Spa-Bereich weist der Raum eine Grundfläche von 74 Quadratmetern auf. Als Bodenbelag wurde Teak verlegt, die Wandverkleidungen bestehen aus hochglänzendem Eukalyptus, in die silbrige, 30 Zentimeter lange Schnüre eingearbeitet sind. Das große Sofa ist eine Sonderanfertigung, ebenso die raumhohe Lichtskulptur eines italienischen Herstellers.

 

Für sportliche Betätigungen stehen eine Rudermaschine, ein Spinning-Rad und ein Laufband zur Verfügung, wobei letzteres etwas versenkt wurde, um die Lauffläche auf das gleiche Niveau wie den Teakboden zu bringen. Dem Gym-Bereich, der noch eine Ballet-Stange und eine Erfrischungsbar besitzt, schließt sich in Richtung Bug ein Spa-Bereich an. Er wird über eine Lobby betreten, von der ein WC und eine Dusche abgehen sowie an Backbord ein Hamam und an Steuerbord ein Massage-Raum. Der mit einem Naturstein-Mosaik dekorierte Hamam nimmt dabei bis zu sechs Gäste auf.

 

Vorn auf dem Lower Deck befindet sich die obere Ebene des Maschinenraums. An Steuerbord wurde ein rund 25 Quadratmeter großer Stauraum installiert, in dem Water Toys untergebracht sind. Tauch-Equipment steht im Raum daneben zur Verfügung. Gewässert wird bei Bedarf mithilfe eines 400 Kilogramm-Krans. Gegenüber, an Backbord, arbeitet der Koch in einer rund 20 Quadratmeter großen Galley, die durch große Fenster mit Tageslicht geflutet wird und einen direkten Zugang zu den Kühl- und Gefrierräumen bietet. Im Bugbereich des Lower Decks schläft die bis zu 18-köpfige Crew in großzügigen Doppel- und Einzelkabinen.

 

Main Deck

Wer mit dem Tender anreist, erreicht das Hauptdeck von der Badeplattform aus über zwei Treppen; im Hafen wird die Yacht über eine schwenkbare Passarelle betreten. Das großzügige Achterdeck besitzt ein Sofa mit zwei Beistelltischen sowie einen runden Esstisch für zehn Personen, der in diesem Al Fresco-Bereich mittig platziert ist. Um dem Eigner und seinen Gästen beim Lunch oder Dinner die nötige Privatsphäre zu garantieren, steht zwischen Sofa und Esstisch ein Sideboard, aus dem bei Bedarf eine Milchglas-Scheibe herausfährt – ein Sichtschutz, der insbesondere in belebten Marinas zum Einsatz kommen soll.

 

Der mit einem handgetufteten Teppich ausgelegte Salon misst 80 Quadratmeter und zeigt eine klassische Aufteilung zwischem einem Lounge-Bereich mit handgefertigten Polstermöbeln und einem Dining-Bereich an der Stirnseite des Raumes. Separiert wird beides durch einen deckenhohen Raumtrenner, in den in Richtung Sofa ein TV-Gerät eingelassen ist; als dekoratives Element setzte Focus Yacht Design Bronze-Fliesen ein, die vor allem tagsüber schöne Effekte erzeugen.

 

Nahezu parallel zum Raumteiler zeigen die Paneele an Back- und Steuerbord Sternenkonstellationen, die einen persönlichen Hintergrund haben. Da auch ein Stück eines Meteoriten in das Interior eingearbeitet wurde, besitzt der Dining-Bereich auf Soaring durchaus ein „planetarisches“ Thema (siehe dazu Info im Interview). Das hauptsächlich verwendete Holz im Salon ist gebeiztes Amara; das italienische Leder besitzt den Farbton „Lugano“.

 

Über eine Tür an Steuerbord erreicht man aus dem Salon die Lobby, das Treppenhaus und auch die Gästekabinen, die sich alle auf dem Hauptdeck befinden. Blickfang ist hier eine Bronzeskulptur mit zwei stilisierten Flußpferden. Umgesetzt wurde das Kunstwerk von Claus Hartmann, der auf der Weserinsel Harriersand seit vielen Jahren Galionsfiguren für so bekannte Schiffe wie etwa die Gorch Fock fertigt. Die Inspiration zog Focus Yacht Design aus der Begeisterung des Eigners für die Natur – nicht umsonst heißt die Yacht SOARING; der Name soll sich „aus dem Schweben eines Adlers“ ableiten. Die Gäste passieren die bronzenen Flußpferde auf dem Weg zu ihren Kabinen.

 

Die vier je 20 Quadratmeter großen Unterkünfte – drei mit Doppelbett und eine mit zwei Einzelbetten – besitzen jeweils ein eigenes spezifisches Thema: Nautilus, Gingko, Turtle und Bamboo. Den Bezug dazu liefert jeweils ein Wandteppich über dem Bett, der die Motive in den jeweiligen Kabinen zeigt. Am Ende des Ganges liegt schließlich die 33 Quadratmeter große VIP-Kabine, die sich über die gesamte Yachtbreite erstreckt und in die neben einem Schlafzimmer auch eine separate Ankleide und ein Bad mit Doppelwaschtisch eingebaut wurden.

 

Schiffbaulich betrachtet lagern auf dieser Ebene des Hauptdecks auch die Beiboote: ein 7,50 Meter langer Sport- und ein neun Meter langer Limousinen-Tender von Compass werden von der Crew auf Wunsch per Kran über seitliche Klappen zu Wasser gelassen. Über dieser Front-Garage besteht für Eigner und Gäste die Möglichkeit Golf-Abschläge zu trainieren – selbstverständlich mit ökologisch unbedenklichen, wasserlöslichen Bällen.

 

Owner‘s Deck

Das Deck über dem Hauptdeck nutzt der Eigner nahezu komplett privat – dies gehörte unter anderem zu seinem ersten Briefing. Seine 82 Quadratmeter große Suite im Heck betritt er an Steuerbord über ein rund elf Quadratmeter großes Office, über das man in die eigentliche Kabine gelangt. Bis auf einen voluminösen Sessel und das Bett stehen hier nur wenige weitere Möbel. Blickfang ist ein Wandteppich mit einem Adler-Motiv über dem Bett.

 

Schiebetüren öffnen den Raum zum Achterdeck, auf dem der Eigner in vollkommener Privatsphäre frühstücken kann. Ein eigenes, 13 Quadratmeter großes Ankleidezimmer und ein Bad mit Wanne und separater Dusche komplettieren die Suite. Am Gang in Richtung Bug befinden sich technische Räume sowie noch eine weitere Kabine für eventuell zusätzlich benötigtes Personal.

 

Vorn in Bugrichtung, wo sich auf vielen anderen Yachten die Mastersuite befindet, ließ der Eigner eine Bibliothek einrichten. Diese ungewöhnliche Lounge ist auf drei Seiten verglast und garantiert herrliche Ausblicke. Inmitten des Raumes stehen drei weiße Sofas in U-Form, die Rückwand ziert als optisches Highlight ein Bücher-Regal aus hinterleuchtetem Onyx. Die Bibliothek kann allerdings auch komplett abgedunkelt werden und konvertiert bei Bedarf zum Kino.

 

Bridge Deck

Das Brückendeck ist gleichzeitig das oberste Deck der Yacht. Hinter der Portugieserbrücke arbeitet der Kapitän in einem voll integrierten Ruderhaus und nutzt etwa einen Gyrokompass, ein Synapsis-NX-Radar und Nautosteer-Autopiloten von Raytheon Anschütz. Zwei Außensteuerstände an Back- und Steuerbord erleichtern das Manövrieren in engen Marinas. Der Kapitän bezieht hier oben auch seine 16 Quadratmeter große Kabine; er und die Offiziere nutzen zudem ein bordeigenes Yacht-Office.

 

Das Achterdeck ist dann wieder dem Eigner und seinen Gästen vorbehalten, die einen Jacuzzi mit einem Durchmesser von knapp drei Metern nutzen, eine Bar direkt davor und ein großzügiges Sunpad. Auf Wunsch kann die Crew hier, quasi auf dem Sundeck, ein Barbecue veranstalten – neben der Bar steht ein Außensofa samt Tisch als weitere Sitzmöglichkeit zur Verfügung.

 

Technik

In puncto Technik nutzt der Kapitän von SOARING bewährte Komponenten. Die Stahl-/Aluminium-Konstruktion mit einem Volumen von 1.541 Gross Tons wird von zwei je 1.492 Kilowatt starken MTU-Motoren angetrieben. Den Hotelbetrieb sichern zwei Caterpillar-Generatoren mit je 383 Kilowatt Leistung; für eine Reichweite von 4.500 Seemeilen fassen die Tanks insgesamt 180 Tonnen Diesel. Durch ein Abgasreinigungssystem erfüllt die Yacht die strengen Regularien der IMO nach Tier III. Für komfortables Manövrieren sorgen zwei Strahlruder von Schottel, für eine ruhige Lage Zero Speed-Stabilisatoren von Naiad und für komfortable Transfers zu Wasser zwei Compass-Tender mit 7,50 respektive 9,00 Metern Länge.

 

Innenausbau

Den Innenausbau von SOARING setzte die Klaus Rodiek GmbH nach den Design-Vorgaben von Focus Yacht Design um. Das ebenfalls in Lemwerder ansässige Unternehmen verarbeitete vor allem zwei Hölzer – Amara und Tiama – an Bord sowie viele Quadratmeter an Natursteinen und italienischem Leder. Die von Eigner und Gästen genutzte und nach höchstem Standard ausgebaute Wohnfläche beträgt 471 Quadratmeter.

 

Management / Vercharterung

Das Management von Soaring obliegt der Ocean Independence AG aus dem schweizerischen Küsnacht. Daniel Küpfer, Managing Director Yacht Management: „Wir freuen uns sehr, dass uns der Eigner sein Vertrauen geschenkt hat und wir uns um alle operativen Belange dieses neuen Meisterwerks von Abeking & Rasmussen kümmern dürfen. Der Werft gelang die termingerechte Ablieferung der Yacht in der Hochphase der Covid-19-Pandemie, was eine organisatorische Spitzenleistung der Werft und ihrer Auftragnehmer darstellte. So konnte die Yacht allen Umständen zum Trotz zum Saisonbeginn 2020 pünktlich im Mittelmeer sein.“

 

Die Ocean Independence AG kümmert sich zudem um den Verkauf und die Vercharterung der Yacht; die Rate beträgt je nach Saison zwischen 800.000 und 850.000 Euro/Woche. Peter Hürzeler, Managing Partner von Ocean Independence, sagt: „Wir freuen uns, mit Soaring eine neue und extrem hochwertige Yacht anbieten zu können. Ihr Design, ihr Layout und natürlich ihre Qualität machen diese 68-Meter-Yacht aus einer der renommiertesten Werften der Welt zu einem sehr attraktiven Angebot in dieser stark nachgefragten Größe.“

 

 

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN

 

Länge über alles                                                                  68,20 m

Länge Wasserlinie                                                               61,20 m

Breite                                                                                     11,90 m

Tiefgang                                                                                 3,50 m

Volumen                                                                                1.541 GT

Material                                                                                 Stahl/Aluminium

Motoren                                                                                2 x MTU 12V 4000 M65R

Motorenleistung                                                                  je 1.492 kW / 2.028,5 PS

Generatoren                                                                         2 Caterpillar C18, 1 x Caterpillar C7.1

Getriebe                                                                                ZF

Maximalgeschwindigkeit                                                   16,2 kn (30 km/h)

Reisegeschwindigkeit                                                         14 kn (26 km/h)

Reichweite                                                                            4.500 sm (8.330 km) @ 13 kn (24 km/h)

Kraftstoff                                                                               180 t

Wasser                                                                                   39 t

Strahlruder                                                                           Schottel, 185 und 200 kW

Stabilisatoren                                                                       Naiad 820

Tender                                                                                   Compass, 9,00 m und 7,50 m

Innenausbau                                                                        Klaus Rodiek GmbH

Konstruktion                                                                        Abeking & Rasmussen

Exterior-Design                                                                    Focus Yacht Design

Interior-Design                                                                     Focus Yacht Design

Klassifikation                                                                        Lloyd’s, MCA

 

Werft                                                                                      Abeking & Rasmussen


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Die neue Decksalon-Yacht segelt sehr gut, ist von kleiner Crew zu beherrschen und bietet ein intelligentes, gut designtes Wohnkonzept. Damit dürfte sie auch Leute ansprechen, die viel Zeit auf dem Wasser, nicht nur auf See, verbringen wollen, meint unser life@sea-Autor Hans-Harald Schack, der die Baunummer 2 auf der Ostsee segelte. Text_Hans-Harald Schack Fotos_Moody

Die überzeugendsten Momente bei Bootstests ergeben sich manchmal überraschend, und wir hatten gleich zwei davon. Aus Personalmangel (wegen Corona) war die Werftcrew nur zu zweit erschienen, und da Fotos vom Motorboot gemacht werden sollten, musste Bootsbaumeister Andi Unger die neue Moody allein bewegen, während sein Kollege die fotografierenden Journalisten chauffierte.

 

Die Werftleute erwähnten es mit keinem Wort, vermutlich weil es ihnen gar nicht bewusst war: Unger lieferte den ungeplanten Beweis, dass eine Person allein mit diesem Boot in einem engen Hafen an- und ablegen, auf See kreuzen, halsen und Kreise fahren kann, dazu noch ein bisschen ein- und ausreffen. Und bei alledem auch noch schnell segeln.

 

Der zweite überzeugende Moment kam zum Schluss. Eigentlich wollten wir nach dem Test noch einen Kaffee trinken, aber an der Kaimauer stand ein Ehepaar und sah sich mit leuchtenden Augen das Schiff an. Sie waren eigentlich nach Neustadt gekommen, um ein anderes Boot zu besichtigen, aber als sie die seeklare Moody sahen, fragten sie, ob sie mit der mal fahren dürften.

 

Vertriebschef Maxim Neumann lud sie sofort zu einer Spontan-Probefahrt ein. Unser Werft-Kaffee fiel damit aus, doch wir trafen das Paar eine Stunde später wieder, und sie waren äußerst angetan von dem „schönen Schiff“ (so die Frau), das „technisch einen sehr guten Eindruck macht“ (ihr Mann).

 

Und nicht ganz billig ist. Die Standard-Version kostet segelfertig knapp 400.000 Euro plus Mehrwertsteuer, für „normale“ Endverbraucher, die die Steuer nicht weiterreichen können, machte das bis vor kurzem 475.000 Euro. Durch die Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent, mit der die Bundesregierung den eingeknickten Konsum anschieben will, sinkt die Steuer um 11.000 auf 64.000 Euro. Das nimmt man doch gern mit. Die Version, die wir segelten, lag allerdings durch elektrische Antriebe, ein zweites Bad für den Eignerbereich und andere schöne Dinge bei 620.000 Euro (nach alter Mehrwertsteuer-Berechnung).

 

Die Moody 41 DS zeichnet sich durch eine markante, selbstbewusste Optik aus und ähnelt darin ihren größeren Schwestern. Nicht nur als technische Konstruktion ist sie gelungen, sondern auch als Design. Gemessen an der Deckshöhe über der Wasserlinie ist sie nicht mal besonders hochbordig, aber durch das hohe Schanzkleid, das eher an ein Nordsee-Arbeitsschiff als an eine filigrane Yacht erinnert, erscheinen die Rumpfseiten mit der aufgesetzen Reling sehr hoch.

 

Das gibt beim Gang zum Vorschiff ein sicheres Gefühl, und erstaunlicherweise ruiniert es die Optik nicht. Das Schiff wirkt kraftvoll, und keineswegs unproportioniert. Aus der Drohnen-Perspektive, die man normalerweise ja nicht hat, sieht man das füllige Vorschiff und das breite Heck. In Düsseldorf fragte ein englischer Journalist ungläubig, ob das Schiff wirklich nur 41 Fuß lang ist. Nun ja, es ist inklusive Bugbeschlag, der den Anker und die Rollgenua trägt, drei Zentimeter länger, aber der Rumpf misst sogar nur 11.99 m (also unter 40 Fuß), bei 4,20 m Breite.

 

Die Linien der Fensterfront und des Dachs, das sich als freitragendes Bimini übers Cockpit fortsetzt, sind harmonisch. In kleinen Details, wie der flachen Griffleiste und dem sauber um die Oberwanten herum gebogenen Relingsrohr zeigt sich der Wille zu gutem, praxisorientiertem Design. Das Bimini hat nur feste Kanten, dazwischen gleitet ein Rollo-Sonnendach mit Edelstahlstreben. Mit zwei Handgriffen wird so aus dem offenen Cockpit eines mit Sonnendach. Schade, dass es nicht auch noch wasserdicht ist, aber das Moody-Design-Team hat bewusst darauf verzichtet. Das Bimini ist ein Sonnendach, und nicht Bestandteil einer Kuchenbude.

 

Moody war eine der angesehensten britischen Yachtwerften, und die Hanseyacht AG in Greifswald, die die Marke 2007 übernahm, will den guten Ruf und den Charakter der Moodys erhalten und stärken. Moody wurde 1827 als Reparaturwerft für Fischerboote gegründet, begann 1935 mit dem Yachtbau, und setzte in den 60er Jahren als einer der ersten Betriebe auf das moderne Baumaterial GfK. Konstrukteurs-Legende Angus Primrose („Gips Moth IV“) zeichnete für Moody, und sein junger Mitarbeiter Bill Dixon übernahm später seinen Job.

 

Dixon Yacht Design ist heute ein weltweit tätiges, vielseitiges Konstruktionsbüro. Bei Hanseyacht hatte man sofort begonnen, die Moody Linie komplett zu erneuern; der Brite blieb als Konstrukteur. Das hat sich gelohnt, die Ergebnisse (auch die anderen Moodys sind ja Dixon-Designs) sprechen für sich (zwei Moody-Linien werden angeboten: Die Moody 41 AC mit Achtercockpit hat unter Wasser moderne Linien und über Wasser Retro-Design, die 45 DS und die 54 DS sind Decksalon-Yachten. Zu dieser Linie gehört die 41 DS.

 

Das Decksalon-Konzept ist eine konsequente Weiterführung des Motorsegler-Konzepts, Hanseyacht-Gründer Michael Schmidt hat es 2007 den neuen Moodys verordnet. Segeln, Navigieren, Kochen, Essen, Kommunizieren – das alles findet auf einer Ebene statt. Es gibt keinen Salon im „Keller“ (wohl aber einen pfiffigen „Technik-Keller“ mit Platz für die Waschmaschine unter der Pantry).

 

Beim Testsegeln in der Neustädter Bucht blickte der Rudergänger durch das Deckshaus auf das Wasser nach Lee, um Wegerecht-Situationen zu klären. Er sitzt oder steht dabei bequem an einem der beiden Ruderräder. Bei ungemütlichem Wetter sitzt die aktive Crew im Deckssalon, bei Nachtfahrt kann eine Standby-Person voll angekleidet im Salon ruhen (Kojensegel im Deckshaus gegen Aufpreis).

 

Zum Schlafen, oder wenn man sich einfach zurückziehen will, geht man in seine Kabine. Die Eigner-Kabine ist im Vorschiff, die Gästekabine an Steuerbord angeordnet. Unser Testschiff hatte die 2-Kojen-Version als Gästekabine, mit 75 x 200 Zentimetern bequem und seetauglich zugleich. Ein gemütlicher Raum, der viel schöner ist als die verwinkelten Achterkajüten, die sich auf vielen Charteryachten von innen ans Cockpit schmiegen.

 

An Backbord haben die Gäste ein eigenes Bad. Das geräumige Bad der Eigner ist aus dem Vorschiff zugänglich. Überall herrscht mit 1,95 bis 1,97 Meter zeitgemäße Stehhöhe. Da die Moody 41 DS perfekt von zwei Leuten zu fahren ist, und vier Personen an Bord bereits als Vollbesetzung gelten dürfen, herrscht hier wirklich Platz. Natürlich passen für Tagestörns auch mehr Leute an Bord, aber idealerweise stellt man sich die 41 DS als Schiff für ein Paar vor, das längere Reisen machen und hin und wieder Freunde an Bord haben möchte. Oder die Kinder.

 

Die Eignerkajüte auf dem Testboot hatte eine sechseckige Koje, der man auf den ersten Blick nicht zutraute, dass man hier bequem zu zweit schlafen kann. Aber es geht, wie der praktische Versuch zeigte, sogar sehr gut. In der Mitte zwei Meter, an Kopf- und Fußende nur ein Meter breit – ungewohnt, aber praxistauglich.

 

Die Räume sind schlicht und edel zugleich gestaltet, das Finish und die Verarbeitung hinter den Sichtflächen ist gut. Die Eigner haben die Wahl zwischen vier Polsterqualitäten, zwei in Tuch und zwei in Leder. Es gibt jeweils fünf Farben zur Auswahl, die Aufpreise liegen zwischen 890 und 4200 Euro. Dies nur als Beispiel: Auch für die Rumpffarben, Gennaker und Decksbeläge stehen zahlreiche Varianten zur Verfügung. Es wird vermutlich nicht vorkommen, dass eines Tages zwei identisch ausgestattete Moodys auf See sind.

 

Das Testschiff war mit einem Mast-Rollsegel von Elvstrøm ausgestattet, das nicht ganz problemlos aus dem Mast kam. Als es aber draußen war, zeigte es einen guten Stand und einwandfreie Amwind-Leistungen. Mit 8 bis 16 Knoten Wind war es nicht möglich, die wahren Segeleigenschaften zu austesten, aber immerhin fuhren wir am Wind mühelos 7,6 Knoten, mit einem Schrick in den Schoten 8,2 Knoten. Das entspricht der theoretischen Rumpfgeschwindkeit.

 

Unter Selbstwendefock (Standard) dürften die Leistungen etwas niedriger ausfallen. Die mechanische Steuerung, eine Jefa-Anlage mit Schubstangen, ist leichtgängig und gibt ein gutes Rudergefühl. Unter den moderaten bis mittleren Segelbedingungen während des Tests ließ sich das kursstabile Schiff mit den Fingerspitzen steuern, und auch bei viel Wind dürfte der Rudergänger mit Steuern und gelegentlichem Segeltrimm nicht überfordert sein. Mit zwei Rollvorsegeln ist man praktisch jeder Windstärke gewachsen.

 

Konstrukteur Bill Dixon bezeichnet seine modernen Moodys als „echte Segelschiffe“, die Zeiten, in denen Yachten mit größerem Decksaufbau als Motorsegler einen Kompromiss darstellten, sind vorbei. Unter Maschine erreichten wir mit dem 3-Blatt-Faltpropeller sogar 8,4 Knoten – mehr als im Nordostsee-Kanal erlaubt ist.

 

Das geräumige Cockpit, die Liegefläche auf dem Vorschiff, die riesigen Backskisten, der Ankerkasten über der Vorpiek, der gleichzeitig als Sitzplatz gegenüber der Sonnenliege dient – das alles sind großzügige und funktionierende Lösungen. Den britischen Konstrukteuren und dem Hanseyacht-Design-Team ist ein Schiff gelungen, an dem sich nicht ernsthaft etwas bemängeln lässt.

 

Die Moody 41 DS segelt gut und leicht, man kann sich das Schiff dank einer Vielfalt von Ausstattungsvarianten für kalte und warme Gefilde ausrüsten, und es ist vermutlich ein besonderer Genuss, an einem kalten, regnerischen Tag im Deckssalon zu sitzen, über den Hafen zu schauen und einen Tee zu trinken. Info: hanseyachtsag.com, moodyboats.com

 

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN

Länge über alles: 12,52 m

Rumpflänge: 11,99 m

Breite: 4,20 m

Tiefgang: 2,14 m (alternativ 1,83 m)

Verdrängung: 11,2 t

Masthöhe ü. WL 19.92 m (Rollmast 20.17 m)

Segelfläche: Groß 45 qm,

Selbstwendefock 38 qm

Genua 54,4 qm

Gennaker 134 qm

Motor (Yanmar): 57 PS (41,9 kW)

Kraftstoff (Diesel): 210 l, zweiter Tank optional

Frischwasser: 180/220 l

Maximale Passagierzahl: 10 Personen

CE-Kategorie: A (Hochsee)

 

 

 

 

 


Mit Roof-Lounge und schnittigem Stufen-Rumpf: neuer 42 Fuß-Segelkat von Leopard – für Kauf, Charter und Eignerprogramm

Leopard Catamarans präsentiert einen Neuzugang der Flotte: Zusammen mit den Yachtdesignern Simonis & Voogd und der südafrikanischen Werft Robertson & Caine wurde der Leopard 42 Katamaran entwickelt, der die Palette der Segelkatamarane von Leopard weiter vergrößert. Ein Katamaran, der mit seiner modernen Optik, dem großen Platzangebot und seiner Segelperformance die DNA der seit über 25 Jahren erfolgreichen Marke Leopard verkörpert und dabei über Ausstattungsdetails verfügt, die bisher nur bei größeren Katamaranen erreicht werden konnten. life@sea.online-Kurzcheck. Text_Paul Berg Fotos_Travelopia

Das neue Modell des aus der südafrikanischen Robertson & Caine-Werft stammenden 42-Füßers hat alles, was den Segel-Kat zu einem Erfolg bei privaten Käufern – vor allem aber bei den Moorings-Charterkunden werden lassen wird: außen ganz Leopard 50 mit   durchgehenden Rumpf-Fenstern und langgezogenem Hardtop, innen Leopard 53 PC mit  indirekter Beleuchtung, einem modernen Farbkonzept und eleganter, praktischer Möblierung und das alles mit noch mehr Komfort und Großzügigkeit als beim zwei Fuß kürzeren Leopard Kat 40 – das sind die Zutaten zu dem neuen, knapp 13 Meter langen Segel-Kat, der damit auf Anhieb zu einem der luxuriösesten, elegantesten Vertreter von Segelkatamaranen dieser Größenklasse avanciert.

 

Der größte Unterschied zwischen dem neuen Leopard 42 und jedem anderen Katamaran in der Größenordnung unter 45 Fuß ist der neugeschaffene Lebensraum auf dem Hardtop. Dieser werftseitig als „Roof-Lounge“ bezeichnete, rund 4,5 Quadratmeter große Bereich bietet  Platz zum Chillen und Relaxen unter freiem Himmel – und direkt neben dem steuerbordseitig angeordneten, erhöhten Steuerstand. Damit steigt die Fläche der attraktiven äußeren Lebensbereichs an Bord nicht nur um rund 65 Prozent, L-förmigen Liegefläche mit fest installiertem Tischchen entstand auch ein Bereich, der bei geruhsamer Segel-Fahrt ein gemeinsames Erleben von Steuermann und Gästen ermöglicht.

 

„Die Zielsetzung für einen Katamaran dieser Größe war es, einen weiteren Loungebereich zu schaffen, der sich dem Design des Schiffes anpasst, aber nicht für weiteres zusätzliches Gewicht sorgt“ erläutert Michael Robertson, Chefdesigner bei Robertson and Caine. „Es ist uns gelungen, diesen Bereich so in die Geometrie des Hardtops zu integrieren, dass er weniger wiegt als ein durchschnittliches Crewmitglied.“

 

Der Zugang zum neugeschaffenen Loungebereich führt über die Backbordseite und ist so geschickt in das Außenlayout der Yacht eingefügt, dass weder die Stehhöhe im Cockpit noch der Platz am Steuerstand beeinträchtigt werden und auch der Ausblick aus dem hinteren Cockpit frei bleibt.

 

Der komplett geschützte Steuerstand ist (wie üblich) erhöht auf der Steuerbordseite positioniert, hier laufen alle Leinen zusammen, so dass der Katamaran problemlos auch einhand gesegelt werden kann. Vom Steuer aus hat der Skipper alles im Blick: die erhöhte Lounge, das Cockpit, das Heck (der Blick aufs  Backbord-Heck gelingt, wenn man sich unter das Rooftop bückt), sowie auf Steuerbordbug und -seite (der Blick nach vorn zum Backbord-Bug ist bei dieser Anordnung des Steuerstandes naturgemäß etwas eingeschränkt); und durch ein integriertes Skylight in der Steuerstands-Überdachung kann jederzeit auch der Trimm des Großsegels kontrolliert werden.

 

Der Innenbereich erstrahlt durch viel natürliches Licht, das durch die Skylights und die großen Frontscheiben einfällt. Die nach vorne gerichtete Sitzecke bietet einen 360 Grad Rundumblick und eine direkte Kommunikation mit der U-förmigen, nach vorne ausgerichteten Pantry. Typisch für Leopard Katamarane ist die in die Front integrierte wasserdichte Tür, die für eine gute Durchlüftung des Innenraums und eine freie Sicht auf die See sorgt.

 

Alle (Doppel-) kojen in den beiden Rümpfen der als Drei- oder Vierkabinenversion konzipierten Yacht sind von beiden Seiten aus zugänglich, und sie sind breiter als beim zwei Fuß kleineren Leopard 40. Durch eine geschickte Raumaufteilung ist es zudem gelungen, die Kabinen selbst ebenfalls zu vergrößern. Die Gästekabinen bieten rund 35 Prozent- und die Eignerkabine rund 30 Prozent mehr Bodenfläche. Alle Kabinen verfügen nun auch – anders als beim Vierziger – über eine eigene Nasszelle mit Dusche.

 

Die gestuften Rümpfe mit schmalen Wasserlinien (die über der Wasserlinie breiter werden und so für mehr Volumen sorgen) soll der neue Leopard 42 sehr gute Segeleigenschaften bei allen Wetter- und Windbedingungen erzielen. Eine große, überlappende Genua soll „auch kleinen Crews entspanntes Cruisen in allen Revieren“ ermöglichen. Für sportlich ambitionierte Crews wird das Großsegel neben der Standardvariante auch als Square Top-Version angeboten.

 

Bei dieser aus dem Regattasport stammenden Art des Großsegels wird die Segelfläche am oberen Ende des Segels nicht nur insgesamt etwas vergrößert (Kopf), das Profil arbeitet auch effektiver, und der Luftwiderstand kann so reduziert werden. Im Ergebnis kann mehr Höhe gelaufen werden – nicht unwichtig bei Kats dieser Art, außerdem verbessern sich Vor- und Amwind-Speed merklich.

 

„Bei der Entwicklung des neuen Modells ging es eben nicht nur um die Implementierung von mehr Platz und Komfort, sondern auch um eine stetige Verbesserung der Segeleigenschaften, um eine schnelle, agile Yacht zu entwickeln“, sagt Alex Simonis von Simonis-Voogd Yacht Design. Segelperformance habe bei der Konzeption eines neuen Modells immer Vorrang. „Wir haben sehr viel Zeit damit verbracht, die Rigg-Geometrie und das Segellayout zu verfeinern um die Effizienz weiter zu steigern“.

 

Ergänzend zum privaten Kauf wird der neue Leopard 42 Katamaran auch Teil des Moorings Yachteigner-Programms werden; gute Nachrichten für all diejenigen, welche sich den neuen Kat nicht leisten können oder wollen: geplant ist, dass der moderne, schnittige 42 Füßer schon bald auch die The Moorings-Flotte in einer der weltweiten Charterdestinationen ergänzen wird. Ausführlicher Test folgt. Info: leopardcatamarans.de, moorings.de, mooringsyachteigner.de.

 

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN

Länge über Alles: 12,67 m

Länge Wasserlinie: 12,44 m

Breite: 7,04 m

Tiefgang: 1,04 m

Masthöhe: 20,68 m

Großsegel Standard / Square Top: 66,6 / 70,1 m²

 

Genua: 46,4 m²


SX112 – Cruisen für Geniesser: Neues 34 Meter-Flaggschiff der SX-Crossover-Linie von Sanlorenzo in Genua vorgestellt

Sanlorenzo zeigte auf der diesjährigen Bootsschau in Genua ihr neues 34 Meter-Flaggschiff der neuen SX-Linie mit einem atemberaubenden Außendesign von Zuccon International und einem Interieur von Piero Lissoni, welches durch “japanische Reinheit” glänzt. life@sea.online sah sich die “schwimmende Villa” - Kombination aus klassischer Motoryacht mit Fly auf der einen und Exploreryacht auf der anderen Seite - auf der 60. Genoa Boat Show einmal genauer an. Text_Matt. Müncheberg Fotos_SL, Matt. Muencheberg

 

Massimo Perotti, Executive Chairman von Sanlorenzo, hatte bei der eigens in Genua anberaumten Pressekonferenz ein weinendes und ein lachendes Auge: Der Börsenkurs der Edelwerft-Aktie sei nur kurze Zeit nach dem Börsengang im letzten Jahr (Corona-bedingt) zwar “eingebrochen”, doch Covid habe glücklicherweise “nicht den starken negativen Einfluß auf den nautischen Sektor gehabt wie auf andere Wirtschaftszweige” – jedenfalls was den Superyacht-Bereich angehe.

 

Seit dem 4. Mai werde wieder “voll produziert”, und auch im August sei “voll durchgearbeitet” worden. Aktuell sei der Börsenkurs schon “wieder auf Start-Niveau”; Perotti: “Sanlorenzo erwartet dieselben Resultate für 2020 wie für das Vorjahr”.

 

Untrügliches Anzeichen dafür, dass bei Sanlorenzo die Räder tatsächlich – wenn überhaupt – nur für eine kurze Zeit stillstanden, ist die Modell-Offensive an neuen Yachten und Yachttypen, mit denen das Unternehmen zurzeit den Mark förmlich zu überschwemmen scheint.

 

Nur ein Beispiel dafür ist (neben neuen Yachten der SP- und der Steel-Linie, der Alloy-Reihe, den Blugame-Modellen und der neuen Kat-Linie BGM) die neue SX 112, nach Werftangaben “eine gelungene Kombination  aus einer klassischen Motoryacht mit Flybridge und einem Explorer”, ein “intelligenter Vorschlag, bei dem Stil, Flexibilität und Funktionalität in einer gemeinsamen Sprache miteinander verschmelzen” sollen.

 

Die auf den ersten Blick modern und dennoch harmonisch wirkende SX112 stellt den neuesten Wurf einer Erfolgs-Linie dar, welche mit der SX88 begann und mit der SX76 fortgesetzt wurde. Das Konzept einer “neuen Lebens-Weise auf dem Wasser” kam bei den Käufern an: die goutierten den Fakt, dass an Bord viele Barrieren schlichtweg nicht mehr vorhanden sind, dass sich die Yacht quasi “nach außen öffnet”, und so eine enge Verbindung mit der das Boot umgebenden See hergestellt werden kann.

 

Wer die Yacht von achtern betritt, wird die mit 90 Quadratmetern große Beach-Area lieben, eine Idee des  Architekten  Luca Santella,  Schöpfer des Konzepts der innovativen  SX Crossover-Linie. Das neue Modell SX 112 greift das Design ihrer Vorgängerin SX 88 auf und entwickelt es auf eine gelungene Art und Weise weiter: nebem dem einladenden Yacht-Beach gibt es bei der großen Schwester klappbare Terrassen in den achterlichen Rumpfwänden, einen Fitnessbereich, welcher mit dem Außenareal direkt durch große Glas-Schiebetüren verbunden ist und es so den Eignern erlaubt, die Räume auf eine einfache Weise miteinander zu verbinden.

 

Das Studio Zuccon International, welches für das Außendesign der ansprechenden Yacht verantwortlich zeichnete, habe sich bei der Gestaltung der Yacht darauf konzentriert, ein Gefühl der “Familien-Zugehörigkeit” der Linie zu schaffen; andererseits hätten die Designer – dank der größeren Dimension der neuen Yacht – eine “Reihe von Möglichkeiten” an Bord optimieren und verbessern können.

 

"Auf  der SX112 gibt es mehr  “Sauerstoff” zum atmen”, sagt Bernardo Zuccon, er habe eine  “stilistische Botschaft” entwickelt, in der “Harmonie und Ausgewogenheit des  Volumes das Ergebnis einer Sprache” seien, die auf den “Prinzipien einer organischen  Architektur beruhen” würden. Das sei seine persönliche “Vision des Cruisens”, ein schöner Platz, um unbeschwert zu leben und sich verwirklichen zu können”, sagte der Designer in Genua.

 

“Die Formen an Bord sind flüssig”, sagte Zuccon, man fühle sich fast an große Meeressäuger erinnert, wie sie den Naturraum des Meeres durchwanderten. Die SX112 sei “eine Yacht für all diejenigen, die das Meer wirklich lieben würden, und die eine innovative Crossover-Art des Wohnraumes mit einem traditionellen Layout kombinieren” wollten – einschließlich natürlich der "Must haves", die der Markt heutzutage von Schiffen dieser Größe erwarten würde.

 

Interieur-Designer Piero Lissoni, der schon die Innenräume der kleineren Schwestern SX76 und SX88 gestaltet hatte, und dafür mit dem Compasso d'Oro 2020 nominiert worden war, zeichnete nun auch auf dem Flaggschiff der Linie, der SX112, für das Interieur verantwortlich. Lissoni habe sich dabei vor allem darauf konzentriert, dass die Innenräume in einem “ständigem Dialog mit den Außenzonen” stehen.

 

Wie auch schon bei den Vorgänger-Modellen, wurde auch bei der neuen 34 Meter-Beauty das  Hauptdeck offen und luftig gestaltet, ein Konzept der gesamten Linie, das den Innenraum auf einer Yacht nach Werftangaben neu interpretiert, indem ein durchgängiger Kontext vom Heck bis zum Bug geschaffen wird - mit einer Living-Area neben einem Bar- und einem Ess-Bereich, angeordnet in einer “nahtlosen Innen-Außen-Verbindung”, die auch und gerade wegen der großen, durchgehenden Fenster mit Blick aufs Meer gut funktioniert.

 

Die SX112 sei ein weiteres experimentelles Modell, “wie jedes neue, an dem wir mit Sanlorenzo zusammenarbeiten”, sagte Piero Lissoni bei der Vorstellung der in glänzendem Silber lackierten Yacht in Genua. Er habe sich von dem architektonischeren Ansatz leiten lassen, dass es sich bei der Yacht um ein “schwimmendes Gebäude” handeln würde. Lissoni: “Wir haben die Räume genau wie in einem Gebäude miteinander verbunden, durch technologisch anspruchsvolle Lösungen, die eine Indoor-Outdoor-Beziehung schaffen”. Er habe so tatsächlich eine “schwimmende Villa entworfen”.

 

Der Bugbereich des Hauptdeckshingegen ist komplett ausgestattet und bietet viel Raum für Geselligkeit und Entspannung, mit einem großen Sonnendeck, das im Handumdrehen in einen  privaten, schattigen Essbereich umgewandelt werden kann.

 

Unter Deck bietet die neue SX112 drei großen Kabinen, neben der Eigner- zwei weitere VIP-Kabinen, sowie einen Lounge-Bereich, welcher durch feine Holz-Arbeiten und Spiegelwände  gekennzeichnet ist. Dieser Bereich kann auf Wunsch einfach in eine zusätzliche Kabine mit einem  Kingsize- oder zwei Einzelbetten umgewandelt werden. Auf dem Unterdeck befindet sich außerdem eine vollausgestattete Küche, welche direkt mit dem Crew-Bereich verbunden ist.

 

Eines der charakteristischen Merkmale des Designs von Lissoni auf der neuen SX112 ist – wie auch schon auf den Vorgängerschiffen der Modellreihe – die Treppe. Die gewendelte Innentreppe erstreckt sich dabei über alle drei Ebenen, um die Decks miteinander direkt verbinden zu können;  und auf dem Hauptdecks ist sie in einem transparenten ovalen Volumen eingeschlossen, ähnlich wie man eine kostbare Schatztruhe aufbewahren würde, während die eigentliche Treppe förmlich in der Luft zu “hängen” scheint.

 

Diese Treppe sei vergleichbar mit einer Ducati Monster, sagte Lissoni in Genua, alles sei dabei um ein Metallgestell herumgebaut, das sei “eigentlich ganz einfach” – aber gerade darin würde die Schwierigkeit liegen. Die Außentreppen hingegen haben ein cleanes, aufs Wesentliche reduzierte Design, welches sich an Rennyachten orientiere.

 

Auf der Yacht finden sich viele sinnvolle, formschöne Details, und die verwendeten Materialien wurden mit großer Sorgfalt ausgewählt. Sie sind das Leitmotiv, welches sich durch alle Innenräume zieht – so entsteht eine Klarheit in der Formensprache, eine “japanische Reinheit”, die mit italienischer Elegance kombiniert wird.

 

Von den Tatamimatten, die in den Kabinen verwendet werden, um die Böden zu bedecken, bis hin zu den Holzwänden des Hauptdecks und dem Schlafbereich, welcher mit Bronzespiegeln ausgestattet ist – immer geht es darum, ein intensives Raumgefühl zu erzeugen. Exklusiv geht es auch in den Bädern zu: hier fand fein strukturierter Marmor Verwendung, während Teakholz die Außenzonen ziert.

 

Neutrale Farben, die von allen Seiten von natürlichem Licht überschwemmt werden, schaffen eine warme, häusliche Atmosphäre. Verstärkt wird dies dadurch, dass die Einrichtung in den einzelnen Räumen quasi “frei wie Zuhause” arrangiert wurden, indem verschiedene Designs zum Beispiel mit Meisterwerken der Kunst, aber auch mit sogenannten “Objet trouvés” kombiniert wurden (franz. für “gefundener Gegenstand – Alltags- oder Naturdinge, die zum Kunstwerk dadurch “gemacht” werden, dass ein Künstler sie “findet” und als Kunstwerk behandelt oder diese in ein solches integriert).

 

Verwendung fanden an Bord etwa so exclusive und bekannte Marken wie B&B Italia, Boffi, Cassina, Flos, Fontana Arte, Glas Italia, Living Divani, Oluce, Technogym und Vitra.

 

Mit der neuen Crossover-Yacht SX112 stellt Sanlorenzo eine Yacht vor, die in die Zeit passt, und mit welcher die Werft (fast) nahtlos an die Zeit des erfolgreichen Börsenganges anknüpfen kann – Corona-Virus hin oder her. Damit stellt Sanlorenzo wiederholt unter Beweis, dass, wenn das Produkt ansprechend und exzellent ist, auch schwierige Zeiten gemeistert werden können.

 

Weitere spannende Projekte folgen: von der ESPACE, einer 42,80 Meter langen Superyacht – eine Mischung aus Party- Family- und Exploreryacht, über die neue SP 110, die 2022 präsentiert werden soll, und die neue 62 Steel bis hin zu den neuen Modellen der Bluegame-Yachten wie der BGX60 und den  innovativen Doppelrümpfern der neuen BGM-Linie – life@sea.online wird an dieser Stelle berichten. Info: sanlorenzoyacht.com

 

 

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN SL SX112

Gesamtlänge: 34, 16 m

Maximaler Breite: 8 m                                         

Tiefgang bei Halblast: 1,85 m

Tankinhalt: 18.,000 l

Wasser: 2.200 l           

Motoren: 4 x Volvo IPS3 1350S - 1000 PS                   

Generatoren: 1 x 55 kW – 1 x 70 kW              

Maximale Geschwindigkeit (ca.): 23 kn +/- 5% (42,6 km/h)

Reisegeschwindigkeit (ca.): 20 kn +/- 5% (37 km/h)

Reise-Geschwindigkeit: (ca.): 12 kn (22 km/h).

             

 

 


SILENT-YACHTS: „SCHWIMMENDE-VILLEN“ IN NEUEN SILENT-RESORTS

Silent Yachts, führender Anbieter von solarelektrischen Luxuskatamaranen, hat mit den neuen Silent Resorts ein innovatives und zukunftsweisendes Projekt entwickelt. Kernstück der neuen Resorts sind Steganlagen für jeweils mehrere solarelektrische Katamarane von Silent Yachts. Diese dienen dann quasi als „schwimmende Villen für die Gäste. „Ein schlüsselfertiges Resort kann in 18 Monaten oder weniger an jedem Ort weltweit in Betrieb gehen“, verspricht Michael Köhler. life@sea.online sprach mit dem umtriebigen Gründer und CEO von Silent Yachts. Text_Matt. Müncheberg Fotos/Renderings_Silent Yachts, Matt. Müncheberg

 

Das neue Projekt steht im Einklang mit unserer Strategie, Kunden ein nachhaltiges, völlig leises und fossilfreies Freizeiterlebnis zu bieten", sagt Michael Köhler, Gründer und CEO von SILENT-YACHTS. Das sei auch vorteilhaft für den Bauprozess, denn es seien keine kostspieligen Bauarbeiten an abgelegenen Standorten, langwierige Genehmigungen, komplexe Konstruktionen oder die Entwicklung einer invasiven Infrastruktur an Land mehr erforderlich. Köhler: „Wir bieten ein schwimmendes Luxus-Abenteuerresort, ein Erlebnis wie kein anderes."

 

Was zunächst ein wenig wie eine der phantastischen Erzählungen von Jules Verne klingt, liegt für Köhler auf der Hand und stellt für den Bootsbauer nur einen konsequenten weiteren Schritt in Richtung Expansion seines kleinen aber feinen Unternehmens dar: „Unser Unternehmen entwirft und entwickelt ein vollständig autonomes „Land- und See“ -Resort, das mit Solarenergie betrieben wird. Dabei kann der Yachtbauer auf die Modelle seiner erfolgreichen Silent-Motor-Katamarane zurückgreifen, deren herausstechendstes Merkmal ist, dass diese allesamt solarelektrisch betrieben sind. Seit mehreren Jahren behaupten sich die Silent-Kats überaus erfolgreich am Markt.

 

Die Gäste wohnen statt in festen, landseitigen Luxusvillen auf einem 18 Meter langen Silent 60- oder einem 24 Meter langen Silent 80-Kat. Egal, ob 18 oder 24 Meter lang, beide Katamarane sind praktisch eingerichtet, urgemütlich und verfügen jeweils über vier Suiten mit eigenem Bad und großen Salons mit Kochküche, Terrasse, Sonnendeck und weiteren Annehmlichkeiten. Das beste aber ist: wer mit seiner „schwimmenden Luxusvilla“ in See stechen möchte, kann dies jederzeit tun. Laut Köhler beginne damit nicht mehr und nicht weniger als eineneue Ära der Unabhängigkeit“ auf dem Wasser.

 

Darüber hinaus entwickelt Silent Resorts auch die gesamte Infrastruktur, wozu neben dem eigentlichen Dock auch eine Rezeption, Restaurants, ein Pool, Clubhaus, Fitnessraum, Spa sowie auf Wunsch auch  Zelt-Suiten am Strand und Hartholz-Holzsuiten am Wasser gehören sollen. Die Silent Resorts sollen ihren Gästen „die einmalige Gelegenheit“ bieten, „an den schönsten und unberührtesten Orten der Welt“ wohnen zu können – und zwar „umweltschonend und im Einklang mit der Natur“.

 

Köhler, der zurzeit auf Investorensuche für sein Projekt ist, kann sich seine Silent Resorts zum Beispiel gut in der Karibik vorstellen: "Resortbesitzer werden die reduzierte Kapitalinvestition lieben, und die laufenden Betriebskosten werden nur einen Bruchteil einer traditionellen Immobilie ausmachen. Die Zimmer sind nicht mehr an das Land oder einen bestimmten Ort gebunden, da sie sich an Bord unserer schwimmenden Villen befinden“. Zudem seien alle Vermögenswerte, die sich auf das jeweilige Resort beziehen, „persönliches Eigentum“, wodurch die Notwendigkeit teurer und komplexer ausländischer Grundbesitz- und Steuerstrukturen entfalle. Lediglich eine kurz- bzw. längerfristige Landpacht und Partnerschaften seien bei seinem Modell erforderlich, „Resort-Eigner müssen keine teuren Flächen mehr kaufen, wenn sie dies nicht möchten. Dies bedeutet eine vollständige zukünftige Flexibilität für Investoren und Betreiber“, ist sich Köhler sicher.

 

Auch und insbesondere für die Gäste lägen – nach Köhler – die Vorteile auf der Hand: „Das Gästeerlebnis ist einzigartig anpassbar“, sagt der Katamaran-Bauer. Wer eine der „schwimmenden Villen“ buche, könne zwischen mehreren Tages- und Übernachtungsorten auswählen, denn im Falle eines Törns mit dem Katamaran würde das komfortable Zimmer schließlich stets mitreisen.

 

Schließlich könnten auch weitere Gebäude und Einrichtungen an Land und auf dem Dock mit Strom versorgt werden – die leistungsstarken Solar- und Batteriespeichersysteme von Silent Yachts würden dies möglich machen, sagt Köhler. Für größere Resorts könne Silent Resorts auch  luxuriöse vorgefertigte Villen mit denselben Solarsystemen errichten, welches auf den Yachten installiert seien, „für eine vollständig integrierte, 100% CO2-freie Lösung.

 

Partner von Silent Yachts bei der Realisierung der neuen Silent Resorts ist Victor Barrett von TrueDesign Ltd.Barrett verfügt über umfassende internationale Erfahrung in den Bereichen nachhaltige Planung, architektonisches Design und Technologie“, sagt Köhler. Seine Einblicke in die Architektur-Visualisierungstechnologie, sein Engagement für strategische Geschäftsziele und seine kreativen Lösungen böten Entwicklern und Unternehmen genau die Elemente, die für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich seien.

 

Die solarelektrische Katamaran-Reihe von Silent Yachts umfasst derzeit vier Modelle: die SILENT 55, SILENT 60, SILENT 80 und SILENT 80 Tri-Deck. Weitere Modelle seien in Arbeit, sagt Köhler. Zurzeit sind bei Silent zehn Solar-Kats im Bau: 1 x Silent 55, 5 x Silent 60 und 4 x Silent 80; mehr als 15 Yachten sollen 2021 ausgeliefert werden. Verkauft worden sind nach Werftangaben bisher 31 solarelektrische Katamarane zwischen 55 und 80 Fuß Länge.

 

Zum Bestseller avancierte dabei schnell die Silent 60. Das Unternehmen habe bereits 12 Einheiten dieses Modells in nur einem Jahr nach seinem Debüt beim Cannes Yachting Festival im letzten Jahr verkaufen können, freut sich Köhler. Die erste SILENT 60 werde auch die erste Yacht aus der Modellreihe sein, welche mit einem Drachensegelsystem ausgestattet und ausgeliefert werde. Da der Kite selbst auf dem Vorderdeck montiert werde, könne das gesamte System bei Nichtgebrauch bequem in einem speziellen Fach unter dem Vorderdeck aufbewahrt werden.

 

Und es geht rasant weiter bei Silent Yachts: Neben fünf Silent 60 baut das Unternehmen zurzeit vier Einheiten seines größten Modells, der 24-Meter-Silent 80. Drei weitere Einheiten seien bereits verkauft worden. Darüber hinaus werde „schon bald“ die erste Silent 55 mit einer neuen Front-End-Lösung im Wasser sein, kündigt Köhler an. Auch 2021 werde „spannend“: "Nächstes Jahr planen wir die Lieferung von über 15 solarelektrischen Katamaranen, einschließlich der ersten Einheiten der Silent 60 und der Silent 80".

 

 

Weitere Infos: silent-yachts.com


STEUERN WIE CAPTAIN KIRK, BADEN IM INFINITY-POOL - BENETTIS PREMIERE DER NEUEN OASIS 40M REBECA BEIM SALONE NAUTICO

Benetti, 1873 gegründet und damit die älteste italienische Werft, die sich auf Luxusyachten spezialisiert hat, hatte sich quasi in letzter Sekunde für eine erneute Teilnahme am Jubiläums-Salone Nautico in Genua Anfang Oktober entschieden (siehe Rückblick auf die Boat Show in diesem Heft). Gleich nachdem der Eigner sein Einverständnis erklärt hatte, brachte die Werft die neue Oasis 40 Meter REBECA auf den Wasser-Weg nach Genua – das sei schließlich „die beste Art, die Yacht zu präsentieren“, hieß es von Werftseite aus. life@sea.online ging in Genua an Bord – und nahm im „Kommandanten-Sessel“ Platz. Text_Matt. Müncheberg Fotos_Benetti, Matt. Müncheberg

Die kurzfristige Teilnahme von Benetti am Salone war eine sehr gute Entscheidung, denn zum einen stellte sich schnell heraus, dass die Genoa Boat Show die einzige europäische Yacht-Show gewesen sein sollte, die bis dato in diesem Jahr überhaupt Corona-bedingt hatte stattfinden können. Zum anderen avancierte die hübsche REBECA mit Außenlinien der britischen Firma RWD und einem ansprechenden Interieur von Bonetti / Kozerski Architecture in New York schnell zum Flaggschiff der Messe – und mit seinem üppigen Beach Club und dem darin integrierten, großen Pool zum Publikums-Magneten.

 

Die erste Einheit der Oasis 40M wurde erst kürzlich an den amerikanischen Eigentümer Tim Ciasulli, vertreten durch den US-Makler Merle Wood & Associates, ausgeliefert. Die inoffizielle Premiere vor einigen geladenen Gästen feierte die Kunststoff-Yacht bei der jährlichen Pressekonferenz der Azimut | Benetti Group in Portofino; nun folgte das offizielle Debüt der Yacht in Genua.

 

Die neue Oasis 40M wird von Benetti als nichts geringeres als eine „revolutionäre 40-Meter-Motoryacht“ beschrieben, die vollständig aus Glasfaser hergestellt wurde. Die luxuriöse Yacht, deren Höchstgeschwindigkeit mit 18 Knoten (33,3 km/h) angegeben wird, richte sich an „eine moderne Kundschaft mit einem dynamischen und ungezwungenen Lebensstil“. Gleichzeitig zeigt sie eine unerwartet glamouröse Seite, eine Wohlfühl-Oase inmitten einer hektischen Welt, mit der man auch noch komplett unabhängig sein könne.

 

Die britischen Designer von RWD, die mit Benetti an dem Projekt gearbeitet haben, haben eine Beach Area geschaffen, welche in dieser Kategorie ziemlich einzigartig sein dürfte. Spektakulär mutet der geschickt darin integrierte große Pool an, der sich zum unverbauten Heckbereich nach achtern zum Meer hin öffnet – und ja, wenn man ein (scheinbar) kantenloses Schwimm- und Badebecken, bei dem ein Ende so abgesenkt ist, dass man den Eindruck gewinnen kann, das Wasser würde im „Nichts“ (in der Unendlichkeit) verschwinden, als „Infinity Pool“ bezeichnen möchte, dann handelt es sich bei dem Wasserbecken auf REBECA tatsächlich um genau eines dieser Art.

 

Ein wenig mutet die glamouröse Yacht von achtern an wie eine große, moderne und abends hell erstrahlende Villa am Meer – mit direktem und ganz speziellem Zugang zum Wasser: nur ein paar Schritte vom Meer entfernt findet sich dieser besondere (ebenfalls erleuchtete) Pool eingebettet in einen weiten Raum, der vollständig mit Teak verkleidet ist. Über (und hinter) dem Becken thront ein gemütliches großes Sofa, dahinter öffnet sich der einladende Salon.

 

Die Seiten der Beach Area lassen sich zum Wasser hin öffnen (nach außen ausklappen) – so kann die Grundfläche noch einmal auf Knopfdruck vergrößert werden, und der gesamte Bereich verwandelt sich im Handumdrehen in eine riesige Lounge und Terrasse mit Wasserblick in einem. Benetti versuchte hier erfolgreich einen Bereich zu schaffen, der darauf ausgelegt ist, das Meer jederzeit und so intensiv wie möglich zu erleben, ungehindert von im Weg herumstehenden Tender- und Wasserspielzeugen (die extra in den seitlichen und vorderen Tender-Garagen versteckt wurden).

 

Überraschend innovativ in puncto mutigem Design, Konstruktion und Engineering stellt sich das Steuerhaus der neuen Oasis 40M dar, welches als multifunktionaler Raum konzipiert wurde. In der Mitte des mit Teak ausgelegten Raumes steht solitär ein erhöhter Pilotensessel. Von diesem hat der Steuermann einen freien Blick nach vorn durch eine vollverglaste, vom Boden bis zur Decke reichende Frontverglasung.

 

Dort, wo bei einem Sessel normalerweise die Armlehnen angebracht sind, ruhen beim Steuerstand der neuen Oasis 40M die Unterarme des Kapitäns auf zwei seitlich angebrachten, einzelnen Steuersäulen, in Griffnähe der Hände die Steuerelemente und darüber zwei Navigations-Screens. Hebt der Steuermann den Blick nach oben über das Frontglas, kann er auf weiteren Screens zusätzliche Navigations-Informationen abrufen und hat Einblick auf vier Fahrkameras (Bug, Heck, Seiten).

 

Um diesen mitten im Raum stehenden Steuerstand herum (auf dem sitzend man sich vorkommt wie ein moderner Captain Kirk auf seinem Kommandanten-Sessel in seinem Raumschiff Enterprise; auch bei dem Stuhl der Sovereign-Class waren Instrumente direkt in die Armlehnen integriert) befindet sich – nichts. In der ästhetisch ansprechenden Balance zwischen bewusst-gestalterischer Einfachheit und technischer Komplexität der Instrumente und Anlagen übte das auf uns einen besonderen, fast Shibumi-artigen Reiz aus.

 

Keine Frage, dieser Raum avancierte auf Anhieb (neben vielen weiteren auf der Yacht) zu einem unserer „Lieblings-Orte“, wo ohne Not weitere sechs Personen, locker um den Steuerstand herum gruppiert, sitzen können und so den (sonst oft sehr einsamen) Steuerstand zu einem komfortablen Erlebnisraum machen, in dem Kurse gemeinsam abgesteckt und Routen diskutiert werden können.

  

Die von der britischen Firma RWD entworfenen Außenlinien stellen eine gelungene Synthese zwischen italienischer Eleganz und klassischen britischen Linien dar. Die Innenräume, die einen ungezwungenen Komfort ausstrahlen, und zum Entspannen einladen, wurden von der New Yorker Firma Bonetti / Kozerski Architecture entworfen, zu deren (zumeist eleganten und minimalistischen) Projekten das Boutique-Hotel von Ian Schrager, die Showrooms von Donna Karan und die Pace Gallery in New York gehören.

 

Haupt- und Oberdeck haben jeweils große Fenster, durch die viel natürliches Licht einfällt. Die drei Außendecks sind so konzipiert, daß sie durch die Verwendung gleicher Materialien und Farben ein Gefühl der Kontinuität zwischen Außen- und Innenräumen gewährleisten sollen.

 

Die Yacht verfügt über 4 Decks mit 5 Kabinen für 10 Gäste und 4 Kabinen für 7 Crew-Mitglieder, einschließlich der komfortablen Kapitänskabine auf dem Oberdeck in der Nähe des Steuerhauses. Ausgestattet mit zwei MAN V12 ist die Oasis 40M eine Yacht für Eigner, die nicht in Eile sind und ihren Törn in vollen Zügen genießen möchten.

 

Die Höchstgeschwindigkeit der Yacht mit einer nach Werftangaben „hervorragenden Rumpfeffizienz“ und einem vertikalen Bug soll 18 Knoten (33,3 km/h) betragen. Bei 11 Knoten (20,4 km/h) soll die Yacht nur etwas mehr als 100 l / h verbrauchen (Werftangaben); so soll dann auch locker eine Atlantik-Passage machbar sein.

 

 

BENETTI OASIS 40M BO101 M / Y „REBECA“ - TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN

 

Gesamtlänge: 40,80 m

Breite max.: 8,50 m

Tiefgang max.: 2,14 m

Rumpf und Aufbau: Vetroresina Glasfaser / GFK

Verdrängung: 310 t

Kraftstoff: 45.000 l

Frischwasser: 8.000 l

Eigner- und Gästekabinen: 5 Kabinen für 10 Personen (+ 1 Pullman-Bett)

Crew: 4 Kabinen für 7 Personen

Hauptmotoren: MAN V12-1400

Generatoren: 2 x Kohler 100 kW

Höchstgeschwindigkeit: 18 kn (33,3 km/h)

Range @ 11 kn (20,4 km/h): 4.000 sm

Klassifizierung: RINA rules for classification of pleasure yachts C HULL • MACH Y

Werft: Azimut | Benetti Spa - Benetti Werft

Marinearchitektur: Azimut | Benetti Spa

Concept + Außendesign: RWD

Innenarchitektur: Benetti Abteilung für Interieur-Design - Bonetti / Kozersky Architecture D.P.C.

 

 

Benetti entwirft und baut Yachten aus Verbundwerkstoffen, Aluminium und Stahl von 29 bis 45 Metern sowie Yachten aus Stahl und Aluminium von 45 bis über 100 Metern. Die Flotte besteht aus 5 Kategorien: Class, Oasis, B.Yond, B.Now und Custom. Benetti gehört zur Azimut | Benetti Group, der größten privaten Luxusyachtgruppe der Welt. Weitere informationen: benettiyachts.it. Lesen Sie unseren ausführlichen Bericht über die neue Oasis 40M in Kürze in unserem Print-Partner-Mag MEER & YACHTEN 40-20. 


SCHWIMMENDES KUNST-WERK: NEUE AZIMUT MAGELLANO 25 METRI MIT INNEN-DESIGN VON DE COTIIS

Glatte, makellose Oberflächen sind die Sache des Vincenzo De Cotiis nicht. Der in der Via Carlo de Cristoforis in Mailand ansässige Architekt, Interieur-, Industrie- und Grafikdesigner bezog im vergangenen Jahr eine Etage eines alten Stadtpalastes aus dem 18. Jahrhundert. Statt jedoch die in die Jahre gekommen Räume auf herkömmlichem Wege zu „modernisieren“, kratzte er vorsichtig Farbe und Tapeten aus zwei Jahrhunderten ab, wusch dann die Wände geduldig ab und konservierte das so entstandene, in vielen verschiedenen Tönen changierende Farb-Reste-Gesamtkunstwerk.  Dazu noch ein paar „perfekt unvollkommene“ seiner teilweise archaisch anmutenden, aufwendig individuell gefertigten Möbelstücke – fertig war das Apartment, welches er seitdem mit seiner Frau bewohnt. Das klappt super in einem alten Stadt-Haus – aber funktioniert das auch beim Interieur-Design einer nagelneuen 25 Meter langen, modernen Luxus-Yacht? life@sea.online sah sich auf dem 60. Salone Nautico an Bord der neuen Azimut 25 Metri (Außendesign Ken Freivokh) um. Text_Matt. Müncheberg Fotos_Azimut, Matt. Müncheberg

Azimut Yachts präsentierte auf der Anfang Oktober gelaufenen Boat-Show in Genua die neue Magellano 25 Metri, eine Yacht, die in Zusammenarbeit mit dem international bekannten Künstler und Architekten Vincenzo De Cotiis entwickelt wurde (Außendesign Ken Freivokh).

 

„Die Partnerschaft mit De Cotiis entsprang dem Wunsch der Marke, einen neuen Meilenstein zu errichten, indem erstmals eine Yacht geschaffen wird, die kein bloßer „Container für Kunst“, sondern ein eigenständiges Kunstwerk sein soll“, heißt es von Azimut.  life@sea.online sah sich die 25,22 Meter über Alles lange Yacht (Breite 6,35, Tiefgang 1,90 Meter), die standardmäßig mit 2 x 1.400 PS MAN V12-Dieseln bestückt ist, auf dem diesjährigen Salone Nautico einmal genauer an.

 

Bereits beim Betreten des Salons von achtern fällt auf, dass dieser nicht wie üblich durch einen zumeist rechteckigen Raum begrenzt wird. Die Raumgestaltung richtete sich vielmehr danach, dass Eigner und Gäste möglichst von jedem Punkt des Salons aus einen Blick auf das Meer erhaschen können sollen.  Schöner Nebeneffekt: so wird der gesamte Raum gleichzeitig von viel natürlichem Licht durchflutet.

 

Schaut man sich im Salon um, fallen sofort die besonderen und teils unkonventionellen Möbel und speziellen Materialien auf, welche bei der Inneneinrichtung Verwendung fanden: Der langgezogene, in Längs- oder Querrichtung aufstellbare Esstisch in grauer Marmor-Optik, eingefasst durch ein breites  Messingband ist nicht rechteckig (er hat überhaupt keine Ecken), und er ist auch nicht rund. Er ist irgend etwas dazwischen, De Cotiis nennt das „organische Geometrie“.

 

Auf diesem Konzept beruht die gesamte Inneneinrichtung – etwa mit Sofas unterschiedlicher Form, die unterschiedliche Tiefen bieten. Die Innenmöbel wurden denen der Dry-Bar außen angeglichen; so sollte eine „Verbindung zwischen Innen und Außen geschaffen werden, um das Gefühl eines einheitlichen Raums mit Blick auf das Meer“ zu erhalten, heißt es von Werftseite.

 

Die in dunklem Holz gehaltenen, ebenfalls „organisch“ geformten, um den Esstisch gruppierten Stühle stehen dabei in einem eigenartigen Kontrast zu dem restlichen Interieur, welches von weißen Oberflächen und großen Spiegeln dominiert wird. Selbst die Treppe des Hauptdecks ist mit Spiegeln verkleidet. So solle diese „entmaterialisiert“ werden, und „durch die Reflexion des Lichts“ soll „der Blick auf das Meer zu einem inneren Teil der Yacht“ werden.

 

Bei uns hinterließ dieser Einrichtungs-Stil einen eigentümlich kühlen Eindruck; und durch diese spezielle Art des Interieur-Designs geht leider auch ein Teil an gemütlicher Intimität verloren, fanden wir. Daran änderten auch der kunstvoll gestaltete Holzfußboden, Bodenteppiche in Creme-Tönen, wollene Decken (alle Stoffe an Bord stammen von Loro Piana Interiors) und weiche, hellgraue Sitze auf den dunklen Holzstühlen im Salon nicht viel. Wir ertappten uns dabei, dass wir uns vorzustellen versuchten, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn die Decke des Salons nicht, wie die Wände und ein Großteil der Möbel in diesem Raum auch, in Weiß erstrahlen und von matt glänzenden Messingbändern durchzogen sein würde, sondern etwa in einem gedeckten, warmen Braunton gehalten worden wäre, und wenn die Spiegelflächen, korrespondierend damit, zumindest leicht bronzefarben getönt worden wären…

 

Doch Kunst lebt nun einmal vom Kontrast und in einem gewissen Sinn auch von der Konfrontation mit neuen Seh-, und auch neuen, teilweise ungewohnten Lebens-Gewohnheiten, zumindest wenn es um Architektur-Design geht. Was auf uns (bei Tageslicht) einen etwas kühlen Eindruck hinterließ, fing De Cotiis (der aktuell etwa den Aesop Store in Mailand, ein „Upperhills Private Home“ in Shenzhen / Guangdong (China) und den Krizia Store in Mailand gestaltete) geschickt mit künstlichem Licht auf.

 

Dieses Beleuchtungssystem, ein Schlüsselelement bei der Salon-Gestaltung durch den Interieur-Designer, erzeugt die weiche, warme und durchaus angenehme Stimmung, welche wir vorher etwas vermisst hatten. Das sorgfältig durchdachte Lichtdesign des Künstlers umfasst dabei nicht nur Lampen und klassische Deckenstrahler, sondern sogar die Sofaböden. So wirken die Sofas, als würden sie kurz über dem Salonboden „schweben“ oder wären an unsichtbaren Drähten an der Decke aufgehängt.

 

Die Liebe zum Detail, zu den verwendeten Materialien und zum Hand-Werk im Wortsinne bestimmen auch sämtliche von De Cotiis selbst entworfenen und aufwendig hergestellten Design-Elemente an Bord wie Lampen und Spiegel. Cotiis Ästhetik ist dabei, so schien es uns, geprägt von dem Vorrang des Materials vor der Form. Seine Objekte, bei denen der Prozess des Designens mindestens ebenso wichtig zu sein scheint wie das fertige Endprodukt selbst, wirken irgendwie „perfekt unvollkommen“, reizen aber gerade dadurch zum Hinschauen – und lösen nicht selten auch haptische Reize aus.

 

De Cotiis arbeitete in der Vergangenheit gern und oft mit Materialien wie Textilien, Metallen, Holz, Leder und Stein. So auch an Bord der neuen Azimut Magellano 25 Metri, wo der besondere Reiz seiner Objekte oft darin besteht, dass diese mit einer gewissen „gewollten“ Patina überzogen werden.

 

Das besondere Interesse De Cotiis besteht jedoch aktuell darin, mit Glas- und Kohlefasern zu arbeiten – einer der Berührungspunkte der Yachtwerft mit dem Designer, denn Glasfasern stellen nun einmal das wichtigste Baumaterial für Azimut Yachts dar. Die gemeinsame Idee: Auf dieser Yacht sollte der Werkstoff Glasfaser als „Schlüsselelement des Designs“ neu belebt werden.

 

Gesagt, getan: für die neue Magellano 25 Metri verwendete De Cotiis eine spezielle Art von Harz. Dank eines aufwendigen handwerklichen Verfahrens, bei dem das so entstandene Material aus mehreren Schichten besteht und mit einem Bronzepulver verziert wurde, konnte De Cotiis attraktive Oberflächen schaffen, die eine pergamentartigen Farbe haben. Dieser künstliche „Trübungseffekt“ mit gewollten Einschlüssen lässt das Material einerseits archaisch wirken, verleiht ihm andererseits eine angenehme Patina und erinnert zudem entfernt an einen rohen Edelstein.

 

Die „künstlerische Glasfaser“ wird durch andere Materialien und Holzarten ergänzt. So soll ein möglichst ansprechender Kontrast geschaffen werden. Gebürsteter Verde-Alpi-Marmor, dunkles Walnussholz, ein Teppich, poliertes Messing, lackiertes und geripptes Holz konkurrieren mit dem- und ergänzen den aufwendig hergestellten „Kunst-Stoff“, der (in Form der Beistell-Tische im Salon) sogar  an rötlich gemaserten, hellen Marmor erinnert.

 

Die Möbel zeichnen sich durch fließende Formen aus, und es wurde viel Mühe darauf verwendet, ein Gefühl der Kontinuität zu schaffen, das durch nahtlose, geschwungene Linien zum Ausdruck kommt. Bestes Beispiel dafür ist das matt golden glänzende Messingband, welches sich – teils geschwungen – durch die Räume zieht und gut mit den – ebenfalls goldfarbenen – Metall-Objekten wie Spiegeln und Lampen korrespondiert, die auch im Unterdeck anzutreffen sind (dort befinden sich vier Kabinen, darunter zwei VIPs, eine Doppel- und eine Kabine mit verschiebbaren Doppelbetten). In der Eignersuite gibt es einen begehbaren Kleiderschrank, der durch seine spezielle Form zusätzliches Volumen schafft; eine Spiegelbeschichtung reflektiert das Steuerbordpanorama.

 

Das alles funktioniert an Bord erstaunlich gut; allerdings sollte man im Allgemeinen einen Faible für Design und etwas unkonventionelle Objekte und Lösungen haben – im Idealfall schätzt man die Arbeiten von De Cotii im Besonderen und erhält mit dem Kauf der neuen Azimut Benetti 25 Metri dann tatsächlich ein „schwimmendes Gesamtkunstwerk“, das seinesgleichen sucht – und das durch weitere Stücke des weltweit geschätzten Künstlers individuell noch stärker aufgewertet und weiter personalisiert werden kann.

 

Die Crew Cabins besitzen einen separaten, direkten Zugang zur Kombüse, um die Privatheit der Gäste gewährleisten zu können. Eine Besonderheit der neuen Magellano 25 Metri ist außerdem der direkte Zugang vom internen Steuerhaus in erhöhter Position auf dem Hauptdeck zum externen Steuerhaus auf dem Flydeck, wie das gesamte Äußere der Yacht auch gestaltet von Naval Architect Ken Freivokh

 

Freivokh wollte mit der neuen Magellano 25 Metro vor Allem eines: eine zeitlose Yacht schaffen, weit entfernt von flüchtigen Moden und vorübergehenden Trends. Das zentrale Element, um das sich sein gesamtes Außen-Design dreht, ist der vollverglaste Aufbau, der das Gefühl eines Penthouses mit Blick auf das Meer vermittelt. Zu den herausragenden Merkmalen zählen die rutschfesten Oberflächen am Heck und die Retro-Fenster im Rumpf.

 

Die Silhouette der Yacht erhält durch die Lattenroste aus Teakholz auf beiden Seiten hinter dem Deckshaus eine gewisse persönliche Note. Eine elegant gestaltete Wendeltreppe führt zum Fly Deck, wo das Hardtop von einem minimalistisch anmutenden Mittelmast getragen wird. Der fast senkrechte Bug soll die Seetüchtigkeit der Yacht unterstreichen.

 

Der Bugbereich der neuen Azimut kann je nach Tageszeit entweder als Liege- oder als Loungebereich genutzt werden, während das Heck dank eines schwenkbaren Lukenmechanismus den Charme einer Infinity-Terrasse hat, von der aus man „den Charme des Sonnenuntergangs ohne visuelle Beeinträchtigung betrachten können“ soll.

 

Auf Wunsch kann die Magellano 25 Metri auch mit dem neuen, sogenannten „Hotelmodus“-System ausgestattet werden, mit dem die Hauptverbraucher an Bord länger in Betrieb gehalten werden können, wenn das Boot vor Anker liegt, ohne gleich die Generatoren starten zu müssen. Ein weiteres innovatives Merkmal ist das aktive Desinfektionssystem BCool, das auch von der NASA für Raumfahrzeuge verwendet wird.

 

Der von Pierluigi Ausonio entworfene Dual-Mode-Rumpf soll für sicheres und komfortables Cruisen auch bei rauher See sorgen. Das doppelt geformte Chine-Gelenk mit Skeg soll dabei den Verbrauch bei unterschiedlichen Reisegeschwindigkeiten reduzieren und die Yacht weicher durch die Wellen gehen lassen – so soll sich die neue Magellano 25 Metri für Langstreckenfahrten auch bei ungünstigen See- und Windbedingungen eignen.

 

Die Yacht wird mit zwei MAN-Motoren mit einer Leistung von jeweils 1.400 PS (oder alternativ 1.550 PS) und einem V-Drive-Reihengetriebe ausgestattet. Die Stabilisierung erfolgt durch ein elektrisches Humphree-Finnensystem. Die Yacht bringt es nach Werftangaben auf eine Höchstgeschwindigkeit von „rund 24-25 Knoten“ (44,5-46,3 km/h) und auf eine Reisegeschwindigkeit von 21 Knoten (39 km/h). Mehr Infos: azimutyachts.com. Foto_Vincenzo de Cotiis im Salon der von ihm gestalteten neuen Azimut Magellano 25 Metri, (c) Azumut

 

 

AZIMUT MAGELLANO 25 METRI - TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN

Gesamtlänge 25,22 m

Breite max 6,35 m

Tiefgang, max. (Inkl. Skeg) 1,90 m

Verdrängung voll beladen ca. 85,8 t

Motoren Standard: 2 x 1.400 PS MAN V12, Opt: 2 x 1,550 PS MAN V12

Höchstgeschwindigkeit bis zu 25 kn (46,3 km/h), Reisegeschwindigkeit 21 kn (39 km/h)

Kraftstoff: 8.000 l, Wasser: 1.500 l

Kabinen 4 + 2 Crew

Betten 8 + 3 Crew

Baustoff Kohlefaser + GFK

Werft Azimut Yachten

Außendesigner Ken Freivokh, Innenarchitekt Vincenzo De Cotiis

Hull Designer Pierluigi Ausonios Studio Piana

Kategorie / Zertifizierung CE A.

Preis 4.680.000 € + MwSt. ab Werft

 

 

Azimut Azimut Yachts ist eine Marke der Azimut | Benetti Group. Mit seinen Kollektionen Atlantis, Magellano Flybridge, S und Grande bietet es eine große Auswahl an Yachten mit einer Länge von 34 bis 120 Fuß (10 bis 35 Meter).


SUNSEEKER: PREMIERE FÜR DIE NEUE MANHATTAN 68 BEIM ​​SALONE NAUTICO

Sunseeker stellte auf der Anfang Oktober gelaufenen Genoa Boat Show sein neuestes Flybridge-Modell vor, die Manhattan 68 mit Twin IPS 1350-Antrieb. Die neben den preisgekrönten 52` und 55`er Manhattan-Modellen größte Yacht der erfolgreichen Reihe bietet neben Komfort und Luxus sowie viel Platz an Bord auch die Gewissheit, ein Boot zu besitzen, das für jedes Wetter gemacht zu sein scheint, wovon sich life@sea.online auf der Messe in Genua selbst überzeugen konnte. Text_Matt. Müncheberg Fotos_Sunseeker

Trotz stürmischen Wetters über der Ligurischen See, welches auch die Außenbereiche der 60. Auflage der Genoa Boat Show nicht verschonte, und die Yachten im Hafenbecken wie wild tanzen liess, blieb Andrea Frabetti, CEO der Sunseeker International Limited mit Sitz in Pool, Dorset, bei der Vorstellung der neuen Manhattan 68 gelassen: „Die Manhattan 68 ist ein britisches Boot – es sollte also perfekt gerüstet sein für jegliches schlechtes Wetter“, sagte Frabetti lächelnd.  

 

Dass auch dem Chef der nach eigenen Aussagen weltweit führenden Marke für Luxus-Motoryachten derzeit nicht allzu oft zum Lachen zumute sein dürfte, zeigen die Zahlen, die Frabetti bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz in Genua präsentierte: Nach einer für das Unternehmen guten Entwicklung in den Jahren von 2017 bis 2019 mit dem besten  Ergebnis im letzten Jahr folgte der Covid-bedingte Absturz in 2020.

 

Am 23. März seien die Produktionsbänder gestoppt worden, erinnert sich Frabetti, nun ernst in die Runde blickend, und erst im August habe die Produktion wieder voll aufgenommen werden können. Ganze sechzig Prozent der Angestellten würden „noch heute“ (Stand Anfang Oktober) im Homeoffice arbeiten.

 

Zwar seien bis dato trotz der widrigen Umstände 60 Yachten ausgeliefert worden, doch auch der mit 2.000 Angestellten größte Arbeitgeber in Dorset an der Südspitze Englands sei nicht um „Maßnahmen zur Steigerung der Effektivität“ herumgekommen: So habe man die Krise zum Anlass genommen, die Produktionskosten bei den Superyachten (100 Fuß „plus“) um 19 Prozent und die bei den „großen Yachten“ (80 bis 99 Fuß Länge) um 11 Prozent zu senken.

 

Doch bei Sunseeker blicke man trotz Allem positiv in die Zukunft, betonte Frabetti, immerhin sei man das Unternehmen, welches bisher 141 Superyachten gebaut habe, das sei weltweit ein unübertroffener Spitzenwert. Entsprechend selbstbewusst würden – Krise hin oder her – auch die Nahziele der Werft aussehen: Neben der Manhattan 68, welche aktuell beim Salone Nautico präsentiert wurde, bereite die Werft gleich fünf weitere Premieren vor, welche für die boot in Düsseldorf im Januar geplant seien. Dabei handele es sich neben einer Manhattan 55, einer Predator 55 EVO und einer 65 Sport Yacht auch um eine 88 Yacht und eine 90 Ocean.

 

Die große Anzahl der in Düsseldorf geplanten Premieren erkläre sich daraus, dass neben dem Cannes Yachting Festival und der Monaco Yacht Show auch die Messe in Southampton in dieser Herbst-Saison Corona-bedingt ausgefallen sei, sagte Frabetti. Insgesamt sollen in den kommenden 12 Monaten nun 12 neue Modelle präsentiert werden, und weitere 14 neue Modelle seien zudem bis 2022/23 „in der Entwicklung“.  

 

Neben den Premieren, welche für die boot im Januar geplant seien, werde es auch noch eine neue Superhawk 55, eine Predator 65 und 74 XPS, die Sportyachten 74 XPS und 76 Aft Galley, eine 100 Yacht sowie eine 42 Ocean geben, verkündete Frabetti nicht ohne Stolz, und 2021 werde Sunseeker International endlich auch seine mit Spannung erwartete erste Serienyacht mit Hybridantrieb auf den Markt bringen, heißt es von Werftseite.    

 

Die beim stürmischen Salone Nautico in Genua vorgestellte Manhattan 68 bietet in puncto Komfort, Luxus und Raumgefühl einen guten Vorgeschmack auf die kommenden Modelle: der erste Eindruck, den die moderne Yacht bei uns hinterlässt, ist geprägt durch ein großzügig angelegtes Cockpit, einen gemütlichen Salon mit vielen  Sitzgelegenheiten in der Lounge und eine voll ausgestattete Küche im Heck, die sich auch hervorragend als Bar eignet.  

 

Das Hauptdeck lädt dazu ein, Gäste an Bord willkommen zu heißen, zwischen dem Steuerstand an Steuerbord (mit eigener Tür nach draussen) und Aft-Galley kann man sich mühelos hin- und herbewegen, lediglich zum hinteren Teil des Salons gibt es eine nach unten abfallende Stufe, und viel Sorgfalt wurde auf die Beleuchtung und verschiedene Details im Inneren verwendet.

 

Die Liebe zum Detail im Inneren kann man etwa gut erkennen an der Art der Polster, welche einen coolen, klaren und zeitgemäßen Look bieten – eines der Wiedererkennung-Merkmale einer Manhattan bezüglich des Innen-Designs. Edelstahl bildet einen attraktiven Kontrast zu leichteren Stoffen, der Salon ist dank einer Panoramaverglasung von natürlichem Licht durchflutet, während künstliches, indirektes Licht geschickt in die Deckenpaneele und in verschiedene Möbel integriert wurde.

 

Die Eigner können zwischen vier verschiedenen Beleuchtungs-Modi wählen: z. B. Film-, Party- oder Nachtmodus, angesteuert ganz einfach über eine zentrale Videoworks-Steuerungs-App mit „One touch“- Funktion.

 

Von der Hauptkabine mit großem Fenster, einer gemütlichen Chaiselonge direkt am breiten Fenster, einem zusätzlichen Sofa, eigenem Abstellraum und Tisch aus gibt es einen separaten Zugang zum Salon. Dieser private Bereich ist geschmackvoll designet und wird dominiert von edlen Hölzern wie satiniertem afrikanischem Wengé, australischer Silbereiche, „smoked Eukalyptus“ und Walnuss.

 

In der Standardkonfiguration (mit der Küche auf dem Hauptdeck) gibt es ausreichend Platz im Unterdeck für vier luxuriös gestaltete Kabinen, darunter zwei große Doppelkabinen und eine VIP-Suite im vorderen Bereich der Yacht.

 

Die Flybridge wurde mit Blick auf eine integrierte Hardtop-Option entwickelt und verfügt über einen Bereich zum Sonnenbaden vorn (direkt vor dem Außen- Steuerstand) sowie zwei Sonnenliegen achtern. Eine Wet-Bar wurde für verschiedene Anwendungen konzipiert und verfügt über integrierte Stau-, Grill- und Kühloptionen.

 

Das „gesellige Layout“ setzt sich bis zur breiten Badeplattform achtern fort, auf der sich ein Beach Club befindet, um die Gäste ganz nahe ans Wasser bringen zu können. Die hydraulische Tür des Beach Clubs öffnet sich bequem auf Knopfdruck, zum Vorschein kommen eine Regendusche, eine Beleuchtungsanlage und verschiedene Lautsprecher.

 

Hier gibt es viel Platz für Watertoys, Tauch- und Sportgeräte. Eine aufklappbare Bank mit Fächern eignet sich zum Verstauen von Seabobs inklusive Ladestationen. Schließlich kann von der Badeplattform aus auch ein Williams Sportjet 395 zu Wasser gelassen werden.

 

Über den Heckspiegel erfolgt auch der separate Zugang der Mannschaft zu den Crew-Kabinen mit zwei Schlafplätzen, eigenem Bad und ausreichendem Stauraum.

 

Die neue Manhattan 68 ist mit einer Reihe von Motoren erhältlich, darunter der Twin Volvo Penta IPS 1.350 und der Twin MAN V8 1.000 oder 1.200. Nach Werftangaben eigne sich die moderne Yacht „perfekt für ausgedehnte Fahrten“ und soll eine Reichweite von 300 Seemeilen (555 km) schaffen können.

 

Wem das noch nicht ausreicht, der kann sich vom werfteigenen Customizing-Service seine eigene Yacht zusammenstellen und „personalisieren“ lassen.

 

 

Weitere Informationen: sunseeker.com. Die Nachfrage nach den größeren Modellen des Unternehmens wächst von Jahr zu Jahr. Mehr als 140 Yachten mit einer Länge von über 100 Fuß wurden bereits ausgeliefert. Dieser Anstieg der Nachfrage nach größeren Modellen war die treibende Kraft hinter Sunseekers Plänen, seine Fertigung nun auch auf die Welt der Metallyachten auszudehnen. Mit dieser Neuentwicklung will Sunseeker demnächst seine größte Superyacht aller Zeiten produzieren, die 50M (Voraussichtlicher Launch: 1. Halbjahr 2021). Die aktuelle Range besteht zurzeit aus 20 Modellen: Superyacht 50M Ocean, 42M Ocean, 131, 116, Yacht 100, 95, 90 Ocean, 88, 86, 76, Sportyacht 74, 65, Predator 74, 60 EVO, 55 EVO, 50, Manhattan 68, 55, 52, Performance Hawk 38.


BEACH-FEELING AUF 55 FUSS

Wer in diesem Jahr Corona-bedingt nicht wie geplant seinen Urlaub am Strand verbringen konnte, für den ist vielleicht die neue Beach 55 von Jetten Jachtbouw eine gute Alternative: Das erste Modell einer völlig neuen Linie wurde innen und aussen von Cor D. Rover entworfen; für die Marine-Architektur zeichnete Designer Albert Nazarov verantwortlich, der auch schon den 25-Meter-Dreideck-Aluminiumkatamaran AmaSea 84 entwarf. Die moderne Fly mit den harmonisch strakenden Linien soll bis zu 34 Knoten (63 km/h) schnell sein können; die ersten  Beach55-Yachten sollen bereits im kommenden Jahr ausgeliefert werden. life@sea.online sah sich die geräumige 17 Meter-Yacht einmal genauer an. Text_Matt Muencheberg, Fotos/Images_Jetten Jachtbouw, Matt Muencheberg

 

„24 Meter lang, mit drei statt der üblichen zwei Decks ausgestattet, sehr komfortabel – und vor allem: stark individualisierbar, so kommt ein frisches Design-Projekt eines Bootsbauer-Duos aus Monaco daher, welches das Zeug hat, zu einem Bestseller zu werden“ – so stellten wir vor genau einem Jahr in YACHTING SWISSBOAT (unserem Schweizer-Partner-Print-Mag) in Issue 3-2019 den neuen AmaSea-Power-Kat für gehobene Explorer-Ansprüche vor, der  komplett aus recycelbarem Aluminium 5083 gebaut wird.

 

Nur 12 Monate später stellen AmaSea-Gründer Jack Wijnants und Naval Architekt Albert Nazarov nun ein ganz neues Projekt vor: eine modern daherkommende, geräumige Flybridge-Yacht, gebaut bei dem niederländischen Yachtbauer Jetten Jachtbouw und gestaltet von dem Designer-Duo Cor D. Rover und Albert Nazarov.

 

Jetten Jachtbouw, die auf der Fort Lauderdale International Boat Show 2019 die ersten Details und Bilder der luxuriösen und geräumigen neuen 16,8-Meter-Motoryacht Beach 55 vorgestellt hatte, wurde zwischenzeitlich kurzerhand von dem Unternehmen MSAR gekauft – dessen Chef (und somit neuer Eigner) – ist niemand anderes als Jack Wijnants.

 

„Jetten Jachtbouw, eine der produktivsten Werften in den Niederlanden, hat seit 1997 350 Yachten ausgeliefert“, sagt Wijnants. Die Vorstellung der neuen Beach sei „ein entscheidender Moment für die Marke Jetten, die in eine aufregende, frische Richtung geht und gleichzeitig ihren guten Ruf für niederländische Verarbeitungsqualität und -qualität beibehält“, ist sich der Bootsprofi sicher.

 

Die Vision von Wijnants sei es, "die Marke Jetten Jachtbouw auf neue Höhen der Innovation (zu) heben", indem sie sich ab sofort (auch) auf luxuriöse, geräumige und stilvolle Yachten bis zu 100 Fuß Länge konzentriere. Die Motoryachten sollen aus  vakuuminfundiertem, kohlenstoffverstärktem GfK (anstelle von Stahl oder Aluminium) gebaut, die die typischen Materialien vieler niederländischer Werften seien.

 

"Wir freuen uns, nun dieses erste aufregende Projekt für Jetten Jachtbouw vorstellen zu können", sagte Wijnants. „Nachdem ich viele Jahre meiner eigenen Familien-Freizeit auf niederländischen Yachten verbracht habe, schätze ich die Qualität und den guten Ruf, die aus diesem Stammbaum hervorgehen. Ich möchte die Art und Weise ändern, wie wir diese Kategorie von Yachten sehen, indem ich neue und innovative Bautechniken in die Niederlande bringe. Die Ergebnisse sind vielfältig: geringer Wartungsaufwand, niedrige Betriebskosten und stärkere Nutzung des Innenraums. Die Eigentümer werden diesen Unterschied jeden Tag zu schätzen wissen“, sagt Wijnants, der bisher qualitätsvolle, schnelle und sichere Boote aus Aluminium baute, welche die erhöhten Behörden-Offshore-und Security-Standards erfüllen, nicht ganz unbescheiden.

 

Der bekannte und vielfach ausgezeichnete Naval Designer Cor D. Rover hat seine umfassende Designkompetenz genutzt, um ein robustes und dennoch elegantes Äußeres für die Beach 55 zu schaffen. Nur eine der Hauptattraktionen der vielen sozialen Bereiche auf der 55 Fuß-Yacht ist das einladende Vordeck mit einem Esstisch mit U-förmigen Sofas und Sitzgelegenheiten sowie einer großen Sonnenliege.

 

Eine Flybridge-Layout-Option umfasst einen ausziehbaren Esstisch mit bequemen Sofas, eine weitere große Sonnenliege mit Blick auf das Vordeck, einen Wet-Grill und eine Spüle sowie einen zweiten Steuerstand mit zwei Pilotensesseln. Ein zweites Layout erweitert die Sonnenbank über fast die gesamte Breite des Achterdecks, während der Tisch und die Sitzgelegenheiten nach vorne verschoben wurden, um so eine geselligere Umgebung für die Gäste schaffen zu können.

 

Das Achterdeck bietet einen geschützten Ort zum Essen oder für Cocktails mit einem großen Tisch und Sofas. Eine Steuerbordtreppe führt hinunter zu einer erweiterten Badeplattform und zum hinteren Zugang zum Maschinenraum.

 

Das Innere des Hauptdecks der Beach 55 ist geräumig und hell. Große vertikale Fenster lassen maximales Tageslicht herein. Der hintere Teil des offenen Raums ist zum Entspannen und Essen gedacht; er geht nahtlos in den Salon über und ist mit einem weiteren großen Tisch und einem U-förmigen Sofa an der Backbordseite sowie mit einem gemütlichen Sofa an der Steuerbordseite ausgestattet. Von befindet sich die komplett ausgestattete Pantry;  gegenüber an Steuerbordseite ist der Haupt-Steuerstand angeordnet, ebenfalls mit einer Zweier-Kombi an Pilotensesseln bestückt. Eine zentral gelegene Treppe führt „klassisch“ zum darunter liegenden Deck mit den Kabinen.

 

Insgesamt verfügt das Unterdeck über vier Premium-Kabinen mit luxuriösen Elementen und Oberflächen. Die mittig angeordnete, schiffsbreite Master-Kabine bietet den Eignern  maximalen Platz, um möglichst viel an Privatsphäre genießen zu können, ein Sofa mit Blick aufs Wasser, ein Waschtisch und ein eigenes Bad mit Dusche und Waschbecken für Sie und Ihn sind Standard. Drei weitere Doppelkabinen haben jeweils einen einfachen Zugang zum Gästebad, einschließlich einer Verbindungstür von der größten der Kabinen. Eine einzelne ensuite-Mannschaftskabine im Bug hat vom Vordeck aus Zugang zur Luke.

 

Laut Wijnants besteht eine wichtige Aufgabe für die neue Ausrichtung der Yachten von Jetten Jachtbouw darin, dass sie einen geringen Kraftstoffverbrauch und Wartungsanforderungen haben, um die Betriebskosten für die Eigner zu senken. Angetrieben von dem zuverlässigen und effizienten Volvo IPS-Antriebssystem erwartet er, dass die Beach 55 je nach Motorauswahl eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 34 Knoten (63 km/h) erreichen kann. Mit Tanks, die 3.500 bis 4.000 Liter Kraftstoff speichern können (spezifikationsabhängig), und bei bei einer Reisegeschwindigkeit von 10 Knoten, prognostiziert er die Reichweite der Yacht auf „ca. 675 Seemeilen“ (entspricht  1.250 Kilometer).

 

Der neue Eigentümer von Jetten Jachtbouw stützt sich dabei nicht nur auf die Erfahrung des Traditions-Unternehmens im Yachtbau, sondern Wijnants hat durch seine persönlichen Erfahrungen als Werftchef zusätzlich auch Zugang zu einer Vielzahl ergänzender Ressourcen, die das Angebot für Kunden stark erweitern können soll. Seit über einem Jahrzehnt ist der in Monaco wohnende Belgier Chef der kleinen, aber feinen Spezial-Werft MSAR, die Lösungen für den maritimen Sektor wie zum Beispiel für Patrouillen-, Rettungs- und Mehrzweckboote, bietet. 2018 gründete er die Marke AmaSea Yachts, um robuste Explorer-Luxuskats zu bauen – das erste Modell war der bereits vorgestellte 25-Meter-Dreideck-Aluminiumkatamaran AmaSea 84, der ebenfalls von Dr. Nazarov entworfen worden war.

 

 

„Es gibt große Synergien zwischen unseren verschiedenen Bereichen des maritimen Baus, mit einer verbindenden Linie von Effizienz und Seetüchtigkeit, der sich durch alle Schiffe von Jetten Jachtbouw, MSAR und AmaSea zieht. Jede unserer Marken hat ihre eigene Identität und ihren eigenen Zweck. Dank der beteiligten führenden Designer, Schiffsarchitekten und Ingenieure können wir jedoch eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Stabilität und Leistung schaffen. Ich bin stolz auf das, was wir bereits erreicht haben und wohin wir Jetten bringen, nicht zuletzt mit dem bemerkenswerten Design und den Funktionen der Beach 55“,  sagt Wijnants bei der Vorstellung des Projektes selbstbewusst. Nach dem voraussichtlichen Preis befragt, ergänzt er, dass die ersten Produktionseinheiten der Beach 55 bereits 2021 mit einem Startpreis von 1,85 Mio. Euro ausgeliefert werden sollen. jettenjachtbouw.eu

 

(Fotos unten - obere Reihe von links: Beach 55 Sedan Visualisierung / Naval Architect Cor D. Rover (Fotos: Jetten) / Naval Architect Albert Nazarov (Foto_Matt Muencheberg), mittlere Reihe von links: der Kopf dahinter - Jack Wijnants (Foto_Matt Muencheberg) / Beach 55 Sedan, unten: Fly-Version Top-View).


48 WALLYTENDER X - DAYCRUISER MIT 1.800 PS OUTBORD-POWER

Auf der diesjährigen Miami Yacht Show – als die Welt Corona-mässig noch “in Ordnung” war – stellte Wally nach dem aufsehenerregenden Weltdebüt des 48 Wallytenders (mit Inbord-Antrieben) im vergangenen Herbst nun eine neue, leistungsstarke Aussenborder-Version des stilvollen Daycruisers in einem eleganten, tiefen “Tyrrhenian-Blue” vor. life@sea sah sich die Power-Rakete einmal genauer an. Fotos_Wally/Ferretti Group Text_Matt. Müncheberg

 

 

Dass Aussenborder nicht gleich Aussenborder ist, sondern dass es in puncto Leistung, Fahrdynamik und Design eben doch einige gravierende Unterschiede zwischen den Marine-Antriben gibt, kann man wohl kaum besser nachvollziehen als an dem neuen 48 Wallytender X. „Als Hotspot für den Aussenborder-Yacht-Lifestyle ist Florida der perfekte Ort, um dieses aufregende neue Modell vorzustellen”, sagte Stefano de Vivo bei der Vorstellung des neuesten Wurfes aus der Design-Schmiede von Wally.

 

Mit gleich vier (jeweils!) 450 PS starken Aussenbord-Rennmotoren, die auf “erstaunliche Geschwindigkeiten” ausgelegt seien, werde der 48 Wallytender X mit seiner “einzigartigen Kombination aus Leistung und Stil zweifellos die Blicke auf sich ziehen”, ergänzte der Geschäftsführer von Wally selbstbewusst.

 

Nachdem Wally eine Reihe von Antriebsoptionen für sein neues Aussenborder-Modell geprüft hatte, entschied man sich für die hochmodernen 450 PS starken Verado R-Motoren von Mercury, die in den USA hergestellt werden. Sie gelten derzeit als die leichtesten und sparsamsten Aussenborder auf dem Markt, die gleichzeitig über das beste sogenannte “Leistungsgewicht” verfügen.

 

Eine gute Wahl, denn in Kombination mit einem Rumpfdesign und einer leichten Kohlefaserkonstruktion der Profis aus dem Hause Wally und Ferretti ist das Ergebnis in der Tat beeindruckend: hohe Endgeschwindigkeiten und ein in Relation dazu geringer Verbrauch für eine verhältnismässig grosse Reichweite – das sind die Parameter der stilvollen Wasser-Rakete. Vorläufige Fahrtests ergaben eine Höchstgeschwindigkeit von 55 Knoten – das sind 102 km/h – und eine Reisegeschwindigkeit von immerhin noch satten 40 Knoten (74 km/h). Erste Reichweiten-Tests ergaben eine Strecke von 320 sm (592 km), die sich bei 36 Knoten (67 km/h) sogar auf 350 sm (648 km) erhöhen lassen können soll.

 

Mit diesen Leistungen, kombiniert mit einem tiefen V-Rumpf, solle der neue 48 Wallytender X ein “rasantes Cruisen ermöglichen” können, welches von vielen Eignern in Florida bevorzugt werde, hoffen die Wally-Mitarbeiter. Tagesausflüge nach Bimini auf den Bahamas oder zu den Florida Keys sollen somit “mit Leichtigkeit machbar” sein. Bei den kippbaren Aussenbordern kann der Tiefgang, bei dem mit gelifteten Motoren gefahren wird, bei Volllast auf 70 cm reduziert werden.

 

Neben den bekannten Performance-Vorteilen von Außenbordmotoren soll der neue 48 Wallytender X dank reduzierter Geräusche und Vibrationen sehr leise sein, und die Wartung soll sich als einfach gestalten. Das Antriebssystem verfügt außerdem über eine benutzerfreundliche Joystick-Steuerungen für einfaches Manövrieren insbesondere auf engstem Raum.

 

Eine Herausforderung für Eigner von Booten mit Außenbordmotoren ist oft der Zugang vom Heck, wobei zumeist mehrere aneinandergereihte Außenborder ein einfaches Einsteigen oder den Zugang zum Wasser von achtern unmöglich machen. Nicht so beim 48 Wallytender X: Als erstes Boot seiner Kategorie hat Wally die vier Motoren auf clevere Weise auf die Flanken des Bootes aufgeteilt, wobei sich zwei auf jeder Seite befinden. So war der Einbau einer einziehbaren hydraulischen Passerelle / Badeleiter möglich, die den einfachen Zugang zum Wasser oder zum Ufer auf komfortable und unkomplizierte Art möglich macht.

 

Das Decklayout des 48 Wallytender X ist genau so einladend und komfortabel wie bei der  Innenborder-Version, einschließlich großzügiger Sitzgelegenheiten, Sonnenliegen und Möglichkeiten des Speisens unter freiem Himmel, für die die gut ausgestattete Kücheneinheit sorgt.

 

Die geräumige und elegante Suite im Unterdeck mit Kohlefaserdecks mit Möbeln und Paneelen aus Teakholz ermöglicht eine komfortable Fahrt. Und mit den (standardmäßig) seitlich zu öffnenden Bordwänden, die Boots-Fans von Wally bereits kennen und lieben gelernt haben, ist sogar so etwas wie ein offenes “Strand-Feeling” im Heckbereich des eleganten Flitzers möglich.

 

„Wir sind sehr stolz auf das, was wir mit dem atemberaubenden 48 Wallytender X erreicht haben“, sagt denn auch Luca Bassani. Er habe die “starke ästhetische Identität von Wally und die vielen praktischen Merkmale des Innenborder-Modells beibehalten” können, welche “perfekt auf die Bedürfnisse von Kunden zugeschnitten sind, die das Außenborder-Erlebnis in ihrem Yacht-Lebensstil bevorzugen” würden, freut sich der Wally-Gründer.

 

 

 

SPEZIFIKATIONEN 48 WALLYTENDER X

 

Länge über Alles: 14,9 m

Rumpf Länge: 14,2 m

Länge Wasserlinie: 13,4 m

Tiefgang unter Propellern (beladen): 1,1 m

Breite max.: 4,4 m

Verdrängung (leer/voll): 11,1/14,3 t

Kraftstoff: 2.800 l

Wasser: 240 l

Personen max.: 12

Motoren: 4 x Aussenborder Mercury Verado V8 450R Power 450 PS @ 6400 U/min

Design Kategorie: B

 

Certifikation: B + F RINA


ALLBEKANNT UND VIEL BESUNGEN

"Wir haben einen Namen aus der griechischen Mythologie für die neue Flybridge in der Riva-Flotte gewählt: Die Argo war das erste Schiff, das die Meere befahren hat – mit ihren  berühmten Argonauten, die sich auf die Suche nach dem Goldenen Vlies gemacht haben", sagte Alberto Galassi, CEO der Ferretti-Gruppe, bei der Vorstellung der 28,49 Meter über Alles langen, neuen Riva 90 Argo (Länge Wasserlinie 23,10 Meter). Text_Matt.Müncheberg, Fotos_Riva/Ferretti Group

 

Wie in der Argonautensage, dem bekannten Themenkomplex der griechischen Mythologie, welcher von der Fahrt des Iason und seiner Begleiter nach Kolchis im Kaukasus, der Suche nach dem Goldenen Vlies und dessen Raub handelt, und der von der ARGO als einem  „sagenhaft schnellen Schiff“ spricht, ist auch der neueste Wurf aus Sarnico, die Riva 90, durchaus flott unterwegs: Auf einen maximalen Speed von bis zu 30 Knoten (56 km/h) bringt es die neuzeitliche ARGO – jedenfalls, wenn der Käufer als Option die mit 2 x 2.435 PS (gesamt: 4.870 PS) befeuerte, stärkste Motorisierung mit zwei MTU-Antrieben des Typs 16V 2.000 M96 wählt.

 

Der Cruising Speed wird von der Werft dann mit 26 Knoten (48 km/h) angegeben; so soll  man immerhin 300 Seemeilen (555 Kilometer) unterwegs sein können, bevor die nächste Tankstelle angefahren werden muss. Bei maximaler Geschwindigkeit reduziert sich die Reichweite auf 275 Seemeilen (509 Kilometer).

 

Auch wenn man die standardmäßig mit 2 x 1.948 PS leistenden „schwächsten“ MTUs der 12V 2.000 M96L-Serie wählt, kommt man nicht viel weiter: Bei einem Cruising Speed von 22 Knoten (41 km/h) reicht der maximal 8.700 Liter fassende Treibstofftank – nach Werftangaben – maximal 320 Seemeilen (593 Kilometer) weit; mit einem dann erreichbaren Top Speed von 26 Knoten (48 km/h) sind es nur noch 300 Seemeilen – so viel wie in der Power-Variante bei gleichem (Cruising-Speed) erreicht werden.

 

Hier enden auch schon die Gemeinsamkeiten der historischen mit der neuzeitlichen ARGO, auf die schon Homer Bezug genommen hatte: In der Odyssee erzählt Kirke dem Odysseus, dass die Argo mit Heras Hilfe erfolgreich durch die Plankten – zwei im Meer treibende überhängende „Irrfelsen“, gegen die eine starke Strömung brandet – gesegelt sei. Denn: abgesehen davon, dass die mythische ARGO – das zeigt die Verwendung des Epithetons πᾶσι μέλουσα - „allbekannt“ war und „viel besungen“ wurde und auch die neue ARGO von Riva schliesslich auf ein großes mediales Interesse stieß, dürfte sich der Komfort an Bord des Klassikers doch wohl eher in Grenzen gehalten haben.

 

Nicht so bei der neuen Riva 90 ARGO: Bereits zum Zeitpunkt seiner Vorstellung in Cannes 2019 dürfte der jüngste Neuzugang der neuen Flybridge-Generation mit seinen großen Räumen, dem neuen Cockpit-Layout und der Doppel-Master-Kabine ein neues Kapitel in puncto Komfort und Design in der Riva-Geschichte geschrieben haben. Und auch in Bezug auf ihre Dimensionen macht die neue Riva durchaus Sinn, denn mit einer Länge über Alles von 28,49 Metern und einer Breite von 6,50 Metern schließt die neue ARGO auf zu ihren größeren Schwestern, den Riva-Vorgängerinnen 100 Corsaro und 110 Dolcevita (MEER & YACHTEN berichtete).

 

Auch bei der neuen Riva 90 setzte das Unternehmen wieder auf die bewährte Partnerschaft  zwischen Officina Italiana Design (dem von Mauro Micheli und Sergio Beretta gegründeten Design-Studio) und dem Produktstrategie-Komitee der Ferretti-Gruppe unter der Leitung von Ingenieur Piero Ferrari. Herausgekommen ist eine Yacht, bei der die aerodynamischen Eigenschaften des Profils der neuen Flybridge durch eine Reihe markanter äußerer Designmerkmale unterstrichen werden. Dazu gehören neben den großen Rumpffenstern die langen, voll verglasten Fenster auf dem Hauptdeck und die hinteren seitlichen Strukturen mit Glasoberflächen.

 

Im Heck bietet eine Garage Platz für einen Tender Williams Sportjet 395 und einen Jet-Ski, die unabhängig voneinander gestartet werden können – nicht schlecht für eine Yacht dieser Größe. Die sechs Quadratmeter große Badeplattform ist mit einer einklappbaren Leiter ausgestattet: Während die Badeplattform abgesenkt wird, tauchen die Stufen rechts teilweise unter, zusätzliche Stufen im oberen Teil des Hecks bilden dann eine zusammenhängende,  bequeme Treppe zum Einstieg in das Wasser und einen Aufstieg zurück an Bord. Eine  darüber hinaus verfügbare elektrohydraulische Edelstahl-Leiter bleibt als Reserve.

 

Das Cockpit ist mehr als 30 Quadratmeter groß und verfügt über ein komplett neues Layout, welches sich perfekt zum Entspannen und zum Speisen eignet. Der Schutz dieses sensiblen Bereiches erfolgt achtern durch eine feste Windschutzscheibe aus Stahl und Glas. Zwei große Sofas sind hier in Längsrichtung angeordnet und gruppieren sich um einen niedrigen,  zentralen Tisch. Technischer Clou: die Sofas können sich mittig auf den Tisch zubewegen und können so im Handumdrehen ein großes Sonnenpolster von etwa sechs Quadratmeter bilden. Der Tisch kann optional auch als Esstisch für bis zu acht Personen dienen.

 

Generell wurde bei dem neuen Neunzigfüsser aus architektonischer Sicht strikt darauf geachtet, dass der direkte Kontakt mit der maritimen Umgebung nirgends blockiert wird. So wurde etwa auch die Flybridge-Zugangstreppe in den Aufbau eingelassen, der sie schützt – und nebenbei auch in den Seitenansichten verbirgt. Dies bedeutet nicht nur eine  Erhöhung der Standards für Komfort und Sicherheit an Bord; diese Alternative wurde unter anderem auch deshalb gewählt, um den Bedürfnissen des amerikanischen Marktes gerecht werden zu können.  

 

Auch das Cockpit-Layout wurde auf der neuen ARGO weiterentwickelt: Es kommt mit einer Bar, zwei Hockern, zwei Sofas und einem Kaffeetisch von Szene-Designerin Paola Lenti daher. Der von einem Rahmen getragene Aufbau auf dem Hauptdeck besteht aus vielen großen Glasfenstern. Die fast 40 Quadratmeter große Lounge ist zum Meer hin offen und ist mit zwei Loungesesseln, einem L-förmigen Sofa und einem in einer Edelstahl-Platte  montierten Fernseher ausgestattet. Direkt dahinter befindet sich der Essbereich mit einem großen Tisch und Platz für bis zu acht Personen.

 

Eine besondere Note verleihen der eleganten Yacht die Panorama-Balkons, die an beiden Seiten, jeweils in der Nähe der Fenster eingebaut wurden. Wie sonst auch bei größeren Yachten üblich, wurden die Gäste- und die Crew-Wege an Bord strikt getrennt, um möglichst viel Privatsphäre gewährleisten zu können. So befindet sich etwa auf der Backbordseite der Eingang zur Kombüse, die auch über eine eigene Zugangstür vom Außen-Gangbord her verfügt; hier geht es auch hinunter zum Crewbereich. An Steuerbord befindet sich der Eingang zur erhöhten Steuerstation mit einer integrierten Loop-Brücke, die in Zusammenarbeit mit Naviop/Simrad entwickelt wurde.

 

Der Steuerstand verfügt über mehrere 16- (oder auf Wunsch auch 19 Zoll große)  Touchscreens, welche die gesamte Überwachung der an Bord befindlichen Systeme ermöglichen soll, sowie alle wichtigen Navigations- und Steuerinstrumente. Direkt davor befindet sich die 30 Quadratmeter große Master-Suite mit einem Bett in der Mitte, einem begehbaren Kleiderschrank und einem großen Bad. Ein zentrales Dachfenster sorgt für Tageslicht in der Suite.

 

Im vorderen Außenbereich befindet sich eine private Lounge, die durch Vorhänge abgeschirmt werden kann und mit einem C-förmigen Sofa ausgestattet ist. Auf Wunsch kann hier zusätzlich auch ein ausziehbarer Tisch hinzugefügt werden. So entsteht im Handumdrehen ein zusätzlicher Essbereich - oder Platz für ein weiteres, größeres Sunpad.

 

Zum Unterdeck gelangt man durch einen Eingang an der Steuerbord-Seite des Hauptdecks. Hier wurde – neben einem Dayhead – gleich drei VIP-Doppelkabinen mit en-suite Bädern untergebracht, die allesamt eine Höhe über zwei Meter aufweisen. Die 20 Quadratmeter große Achterkabine ist eigentlich eine vollwertige zweite Master-Suite, welche über die gesamte Schiffsbreite reicht – hier können sich die Gäste wie „echte Eigner“ fühlen. Hinter dem Bett befinden sich ein begehbarer Kleiderschrank sowie ein großes Badezimmer, die nicht nur hübsch anzuschauen sind, sondern ganz nebenbei auch hervorragend zur Schall-Isolierung zum Maschinenraum hin beitragen.

 

Im vorderen Teil des Unterdecks befindet sich der Crewbereich. Dieser enthält eine praktische Essecke sowie zwei Doppelkabinen mit Etagenbetten, beide jeweils mit eigenem Bad und separater Dusche ausgestattet.

 

Die groß anmutende Flybridge der neuen ARGO 90 ist mit 46 Quadratmetern tatsächlich üppig dimensioniert und wurde mit freistehenden Möbeln bestückt. In der Mitte der Backbordseite lädt eine gemütliche Bar mit zwei Hockern zu einem Kaffee oder zu einem Drink ein. Gegenüber befindet sich ein luftiger Essbereich mit einem L-förmigen Sofa, einem  Corian-Tisch mit Edelstahl-Einfassung und einigen Stühlen. Auf der Steuerbordseite des Vordecks befindet sich eine einziehbare Monkey-Bridge mit einem Co-Pilotensofa auf der Backbordseite. Ein großes Glasdach-Fenster im Hardtop lässt weiteres natürliches Licht ins  Cockpit fließen.

 

Wie schon die etwas größere Schwester der ARGO, die Riva 110 Dolcevita, verfügt auch der Neunzigfüsser über ein sogenanntes „Infinity-Deck“ – mit ununterbrochenen Wohnbereichen vom Heck bis zum Vordeck dank direkter Verbindungen zwischen der Flybridge, dem vorderen Außenbereich sowie dem Cockpit.

 

Die Atmosphäre in der ersten gebauten Einheit der neuen Riva 90 ARGO wird durch  klassische Stilmerkmale von Riva bestimmt: Eleganz, soweit das Auge reicht – sowohl auf dem Hauptdeck als auch auf dem Unterdeck – mit einem attraktiven Material-Mix aus Lack, Holz, Leder und Stahl. Als Holzart wird auf der „Baunummer 1“ übrigens hauptsächlich englisches Nussbaumholz verwendet, welches nach Werftangaben „perfekt zu den dunklen Tönen der Decke passen“ soll. Ergänzt wird diese Ausstattung durch korrespondierende  Möbelbezüge aus Leder und die etwas helleren Farben des Parketts sowie der sonstigen Stoffe, Sofas und Polster.  

 

Eine herausragende Rolle beim Interieur spielen auch verspiegelte Stahloberflächen. Die sind anzutreffen in Form von Standsäulen an den Seiten des Schiffes, bei einer Reihe von Möbeln im offenen Raum des Hauptdecks, die Treppe hinunter zu den Gästebereichen und in der dazugehörigen Lobby. Das Innendesign in der Lounge umfasst ein großes titanfarbenes, L-förmiges Sofa von Andersen Minotti, einen Couchtisch von Acerbis sowie zwei Rivera-Sessel von Frag. Schwarze Ledersessel von Cassina umgeben einen Esstisch aus Glas mit Chromfuß von Acerbis.

 

Die gelungene Mischung aus Materialien und Farben aus der Lounge findet sich auch in der Eigner- und den drei Gästekabinen. Englischer Nussbaum steht auch hier im Mittelpunkt – mit schwarzen Lackdecken und weißen Lackabschnitten sowie Stahlstruktur-Säulen, die einen interessanten Spiegeleffekt schaffen. Ergänzt wird das Interieur hier durch das weiße Leder, welches die Betten, die Kopfteilwände und die Nachttische bedeckt. Dieses bildet einen guten Kontrast zu dem schwarzen Leder und dem Lack, welchen etwa den TV - Ständer und den Schreibtisch / Schminktisch in der Eignerkabine ziert sowie zu den  Stahlmöbeln und den TV-Spiegeln in den Gästekabinen.

 

Die Einrichtung stammt von handverlesenen Design-Schmieden wie etwa Casamance, Penelopeoggi, RevéHome und Gentili & Mosconi. In den Bädern gibt es Calacatta Australe-Marmor für die Oberflächen der Waschbecken, Duschen und Böden – da dürften kaum Wünsche offen bleiben. Alle freistehenden Möbelstücke auf der Flybridge stammen von Roda.

 

Wie bereits eingangs beschrieben, ist die neue Riva 90 mit zwei MTU 12V 2.000 M96L-Motoren mit einer Leistung von jeweils 1.948 PS bestückt. Alternativ stehen zwei weitere Motortypen zur Verfügung: Die erste Einheit (Testschiff) wurde mit den kräftigsten Twins ausgestattet (MTU 16V 2000 M96-Motoren mit jeweils 2.435 PS). Die dritte (mittlere) Option sind ebenfalls Twins von MTU des Typs 16V 2.000 M84 mit einer Leistung von 2 x 2.218 PS.

 

Diese ermöglichen der neuen Flybridge-Yacht, mit 24 Knoten (44 km/h) zu cruisen, oder sie auf maximal 28 Knoten (52 km/h) zu beschleunigen (vorläufige Daten). So soll nach Werftangaben eine Range von 300 Seemeilen (555 km, Top Speed) bzw. 275 Seemeilen (509 km, Cruising Speed) erreicht werden können. Die Yacht verfügt standardmäßig über zwei Stabilizer-Fins; wer will, installiert zusätzlich ein Seakeeper-System mit einem Anti-Roll-Gyroskope, wie sie auf der ersten Einheit zu finden sind (Option).

 

Ein besonders innovatives Feature auf der neuen ARGO ist die E-Steer-Lösung von Twin Disc mit Dual Bus und Speed Sensing-Technologie: die elektronische Lenkung bewegt die Ruder unabhaängig voneinander dynamisch mit zuverlässiger Hydraulik-Kraft. So sollen bei allen Geschwindigkeiten ideale Winkel gefahren werden können. Das ist gut für den Speed, der bedenkenlos auch während Kurvenfahrten beibehalten werden kann, und das ist gut für das Handling der 88,5 Tonnen verdrängenden Yacht.

 

„Die alten Griechen waren die Ersten, die einen Kanon der Schönheit und Perfektion aufstellten, welcher bis heute Kreativität und Design ausstrahlt“, sagte Alberto Galassi, CEO der Ferretti-Gruppe, bei der Vorstellung der knapp 30 Meter langen Riva. Mit der neuen  ARGO 90 sei – daran anknüpfend – nun eine Flybridge entstanden, die den „faszinierenden Charme zeitloser Ästhetik meisterhaft mit Praktikabilität, Stil-Elementen und technologischer Innovation“ verbinde. Weitere Informationen: riva-yacht.com

 

 

 

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN RIVA 90 ARGO

Länge über Alles: 28,49 m

Rumpflänge: 23,98 m

Länge Wasserlinie: 23,10 m

Breite max.: 6,50 m

Tiefe (unter Props, voll beladen): 2,15 m

Höhe über Alles (ab Kiel): 8,60 m

Verdrängung (unbeladen/beladen): 85/98 t

Personen an Bord max.: 20

CE-Kategorie: A (Hochsee)

Kraftstoff: 8.700 l

Wasser: 1.320 l

Motorisierung (Standard): 2 x MTU 12V 2.000 M96L mit jeweils 1.948 PS bei 2.450 U/min

Option 1: 2 x MTU 16V 2.000 M84 mit jeweils 2.218 PS bei 2.450 U/min

Option 2: 2 x MTU 16 V 2.000 M96 mit jeweils 2.435 PS bei 2.450 U/min

Max. Speed (Standard/Option 1/Option 2): 26/28/30 kn (48/52/56 km/h)

Cruising Speed (Standard/Option1/Option 2): 22/24/26 kn (41/44/48 km/h)

Reichweite bei max. Speed (Standard/Option 1/Option 2): 300/275/275 sm

Reichweite bei Cruising Speed (Standard/Optin 1/Option 2): 320/300/300 sm

 

 

 

ARGO – EIN MYTHISCHER NAME

 

Ihren Ausgangspunkt hat die Argonautensage im Machtkampf um das Königreich Thessalien in Griechenland. Pelias, der König, der sich die Macht in Thessalien von seinem Bruder Aison gesichert hatte, erhält einen Orakelspruch. Er solle sich vor einem Einschuhigen aus der griechischen Stadt Iolkos hüten.

 

Göttermutter Hera bittet Pelias‘ Neffen Iason, ihr bei der Überquerung eines Baches zu helfen, wobei dieser einen Schuh verliert. Als Iason, der Sohn des Aison, vor seinen Onkel tritt, erkennt dieser sofort, wen er vor sich hat, und greift zu einer List. Er verspricht seinem Neffen den Thron, wenn dieser das Goldene Vlies, das sehr wertvolle Fell eines Widders, vom Ende der Welt in die Heimat zurückhole. Pelias denkt, dass dies eine Reise ohne Wiederkehr ist.

 

Das Goldene Vlies des Widders Chrysomallos, auf dessen Rücken die Zwillinge Phrixos und Helle vor ihrer Stiefmutter Ino geflohen waren, befindet sich im Hain des Ares in Kolchis. Um dorthin zu gelangen, lässt Iason von Argos die mit 50 Rudern bestückte Argo bauen.

 

Iason gelingt es schliesslich nach vielen erfolgreich bestandenen Abenteuern, das Vlies an sich zu nehmen. Über die Heimfahrt der Argonauten weichen die Sagen sehr voneinander ab. Einig sind sich die Überlieferungen darin, dass die Argonauten noch eine Weile zu Land und zu Wasser durch die Gegend irren, bis sie endlich auf der Insel Ägina landen und in die Heimat zurückkehren.

 

Nach Ovid lebte Aison noch bei Iasons Rückkehr und wird von Medea verjüngt. Iasons Mutter hatte den Pelias verflucht und sich getötet; ihren Sohn Promachos hatte Pelias ermordet. Nun kommt Iason und überreicht das Goldene Vlies. Pelias allerdings verweigert Iason den Thron, den er ihm im Gegenzug für das goldene Vlies versprochen hatte.

 

Nachdem er die Argo Poseidon geweiht hat, fordert Iason Medea auf, ihm bei der Rache an Pelias zu helfen. Sie redet seinen Töchtern ein, dass sie Pelias verjüngen könnte, wenn sie ihn zerstückeln und kochen, was diese tun. Medea aber hat nicht vor, ihren Verjüngungszauber erneut wirken zu lassen, so dass Pelias auf diese Weise umkommt.

 

Sein Sohn Akastos begräbt seinen Vater und vertreibt Medea und Iason. Diese fliehen nach Korinth, in das Reich des Königs Kreon. Dort leben sie glücklich zehn Jahre lang...

 

„Die Argonauten“ – aus: Griechische Sagen, nacherzählt von Richard Carstensen, dtv 2005

 

 


PEARL 62 – NEUE 18,6 METER-FLY

 

Pearl Yachts-Geschäftsführer Iain Smallridge präsentierte auf der Boot Düsseldorf als Weltpremiere die Pearl 62, die neueste Ergänzung der Pearl Yachts-Flotte. Dass das neue Modell ebenso wie seine Vorgänger auch, ein Erfolgs-Modell wird, dafür sprechen die beauftragten Designer der 19 Meter-Fly: Außendesign und Marinearchitektur stammen von  Bill Dixon, und das Innendesign steuerte Kelly Hoppen MBE bei. Text_Matt. Müncheberg, Fotos_PEARL YACHTS/B.Dixon/K.Hoppen/N.Haddow

 

Die Pearl 62 ist in ihrer Kategorie einzigartig, denn sie verfügt (neben einer separaten Crew Cabin) über vier geräumige Gästekabinen, darunter eine schiffsbreite Eignerkabine  und  separatem Eingang und eigenem Bad – und das auf einer Gesamtlänge von nur 18,61 Meter. Weitere Highlights sind eine geräumige Flybridge in voller Länge mit Wet Bar und eine Kombüse, die direkt zum Heckcockpit führt. Dank des IPS-Antriebs und der Joystick-Steuerung von Volvo ist der Pearl 62 sparsam im Kraftstoffverbrauch, einfach zu handhaben und macht Spaß.

 

„Wir freuen uns, mit der Pearl 62 eine Yacht zu präsentieren, bei der die Verbindung zwischen Innen- und Außenbereich zu einer hervorragenden Wohnqualität an Bord führt. Diejenigen, die unsere Yachten bereits kennen, werden die sportlichen Außenlinien und die luxuriöse und sorgfältig geplante Innenausstattung erkennen, da wir uns für diese Serie erneut an unser exzellentes Team britischer Designer, Bill Dixon und Kelly Hoppen, gewandt haben. An Bord der Pearl 62 finden die Eigentümer die Qualität und den Luxus, die sie von Pearl erwarten, mit einer Aufteilung, mit der sie ihre natürliche Umgebung in Begleitung ihrer Lieben genießen können“, sagte Smallridge bei der Vorstellung der Yacht in Düsseldorf.

 

Mit ihren sportlichen Linien ist die Yacht unverkennbar mit den anderen Modellen der Pearl-Flotte wie der Pearl 80 und der Pearl 95 verbunden. Durch die Ausstattung mit einem Volvo IPS-Antrieb ist die 62` kraftstoffsparend und vibrationsarm unterwegs – mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 32 Knoten (59 km/h); die Reichweite soll nach Werftangaben mehr als 250 Seemeilen betragen. Wie bei allen neuen Pearl Yachten gibt es auch auf die Pearl 62 eine umfassende Garantie von fünf Jahren, die drei Jahre länger ist als bei den meisten anderen Neu-Booten. pearlyachts.com

 

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN

Länge über Alles: 18,61 m (61 ft)

Rumpflänge: 17,49 m

Breite max.: 5,30 m

Tiefgang: 1,59 m

Motorisierung Standard: 2 x Volvo IPS 950

Motorisierung Option1: 2 x Volvo IPS 1050, Option 2: 2 x Volvo IPS 1200

Verdrängung: 32 t

Max. Speed: 32 kt (59 km/h)

Reichweite bei Cruising Speed: 250 sm

Kraftstoff: 2.750 l

Wasser: 800 l

Gäste-Kabinen / Betten: 4 / 8+1

 

CE-Kategorie: B

 

DESIGNER-STATEMENT KELLY HOPPEN MBE

 

 

„Es war eine Freude, mit Pearl Yachts an der neuesten Ergänzung ihrer Flotte, der Pearl 62, zu arbeiten. Wie bei allen meinen Entwürfen, und entsprechend meinem Ethos wurde alles, vom Zubehör bis zum Finish, unter Berücksichtigung des Luxuskomfort-Aspekts entworfen. In der Yacht-Innenausstattung herrscht ein echtes Gefühl der Ruhe, da ich eine neutrale Farbpalette, luxuriöse Bettwäsche, Kissen und Überwürfe ausgewählt habe".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DESIGNER STATEMENT BILL DIXON

 

„Als wir mit der Pearl 62 begannen, wollten wir die starke Pearl-DNA beibehalten, die durch die 95 und 80 manifestiert wurde, und wir wollten die vier Kabinen und das hohe Maß an Privatsphäre – eine Stärke der Pearl 60 – beibehalten sowie die sportliche Optik. Wir haben unser Ziel mit einer Yacht erreicht, die nur 62 Fuß lang ist.

 

Wir haben mit einem seetüchtigen Rumpf begonnen, dessen Fahrspaß sich durch hervorragende Leistung und Fahreigenschaften auszeichnet.

 

Die Pearl 62 hat einen Volvo IPS-Antrieb, und nur einer der positiven Nebeneffekte dieser Motorisierung ist, dass wir mit dem Motorraum achtern ein zusätzliches Volumen haben für Tender und Water-Toys. Die Pearl 62 hat vier verschiedene Cabins – wie sonst eigentlich nur größere Boote. Die Flybridge ist phänomenal mit verschiedenen Bereichen zum Steuern, Entspannen und Essen und kann in vielen verschiedenen Modi geliefert werden.

 

Das Hardtop hat ein großes Dachluk, so dass der Eigner entscheiden kann, ob er Sonne oder Schatten wünscht. Das achterliche Ende des Salons verfügt über Falt- / Schiebetüren, so dass die Kombüse mit dem hinteren Cockpit verbunden ist, um einen vollständig verbundenen, offenen Effekt zu erzielen.

 

Privatsphäre war auch ein wichtiger Punkt. Die Eignerkabine ist schiffsbreit und hat einen eigenen Eingang vom hinteren Teil des Salons. Ich denke, es ist uns gelungen, eine Yacht zu schaffen, die sich sehr offen anfühlt, vollständig mit der Umwelt verbunden ist und einen attraktiven Lebensstil an Bord bietet. Mit der Pearl 62 haben wir einen Klassenführer in Bezug auf Leistung, Aussehen und Qualität der Erfahrung an Bord geschaffen, der insgesamt hervorragend funktioniert“.

 

 


POWER-RAKETE OTAM 85 GTS - 5.200 PS

 

OTAM ist die Abkürzung für Organizzazione Tigullio Assistenza Motoscafi, die 1954 als eine der ersten Werften in der Region Ligurien gegründet wurde. "Made in Italy one off" ist der Slogan, der alle Werte der Marke umfassen soll. Der neueste Wurf der Powerboat-Werft mit dem Namen 85 GTS hat unglaubliche 5.200 PS und wurde als eine der Aufsehen erregenden Premieren beim Yachting Festival in Cannes präsentiert. life@sea ging für einen aufregenden Sea-Trial an Bord. Text_Matt. Müncheberg Fotos_Otam

 

 

 

 

 

 

Auch wenn man dieses Boot und diese Werft nicht kennen sollte, was äußerst unwahrscheinlich ist, ist die OTAM-Sportyacht-Werft aus Ligurien doch seit langem international bekannt für ihre aufsehenerregenden Entwürfe, selbst dann bleibt man unwillkürlich beim Schlendern auf den Stegen des Yachting Festivals in Cannes vor der neuen 85 GTS stehen.

 

Die 25,85 Meter lange, sechs Meter breite und 67 Tonnen verdrängende, schwimmende „Power-Rakete“ schwoit da an den Festmacherleinen wie ein in Ketten gelegter Leopard, tief grummelnd und bereit zum Sprung – wenn man ihn nur endlich von seinen Fesseln befreien würde. Kräftig wie ein Raubtier, das ist (um im Bild zu bleiben) die neue OTAM jedenfalls; schließlich sind es nicht weniger als 5.200 PS, welche das Geschoss antreiben. Diese kommen aus zwei MTU-Motoren des Typs M96L mit jeweils 2.600 PS, kombiniert mit zwei Arneson-Antrieben. So soll die Raubkatze bis zu 45 Knoten (83,3 km/h) schnell sein können. Noch Fragen?

 

Bei unserem Sea-Trial in Cannes im September brachten wir es dann sogar auf 48 Knoten Höchstgeschwindigkeit – das sind 89 km/h, nicht schlecht für ein so schweres Boot. Der Blick achteraus zeigte eindrucksvoll, mit welcher Macht unter dem Heck die überdimensionierten Schrauben Druck für den Vortrieb aufbauen – eine riesige Fontäne im weiß aufgewirbelten Heckwasser stand während der gesamten Zeit des Sea-Trials als Zeichen der Kraft und der Geschwindigkeit – Adrenalin pur.

 

Allerdings war bei 2.370 Umdrehungen nicht nur die Geschwindigkeit des „Riesen-Toys for boys“ spitzenmässig, sondern auch der Verbrauch: die Motoren schluckten bei High Speed sage und schreibe 514 Liter – jeweils! Selbst bei einem 8.000 Liter fassenden Kraftstofftank währt dieser Traum also maximal siebeneinhalb Stunden – dann muss der Tank neu befüllt werden; und einmal Volltanken, das macht bitteschön 11.000 Euro! 

 

Doch das dürfte den potentiellen OTAM-Käufer wohl eher weniger scheren, ebenso wie die ökologische Seite der Verbrauchs-Situation an Bord. In Zeiten, in denen die Zeichen auf Kraftstoff-Einsparung, intelligenten Lösungen zur Verbrauchsreduzierung und diesel-elektrischen Hybridantrieben stehen, setzt OTAM auf brachiale Gewalt durch traditionelle Antriebe. Warum diese Philosophie funktionieren kann? Nun, weil diese mittlerweile durchaus anachronistisch daherkommende Attitüde von vielen potentiellen Eignern gewollt ist. Und zwar genau so.

 

„Die neue 85 GTS ist die natürliche Weiterentwicklung der "One-off " – Philosophie von OTAM, sagt Gianfranco Zanoni, CEO von OTAM, bei der Vorstellung des schwarzen Luxus-Flitzers in Cannes. Diese Philosophie ziele darauf ab, Eigentümern, die nach exklusiven Lösungen suchen, die ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen, eine größtmögliche Flexibilität zu bieten – und zwar ohne Einschränkungen, sagt Zanoni. Wünscht der Kunde eine maximale Motorisierung für maximalen Speed, dann bekommt er diese eben. So einfach ist das. „Customizing ohne Grenzen“ nennt Zanoni das.

 

Bei den Fans der Marke, gut situierten Power-Junkies, die es sich ohne weiteres leisten können, mal eben in einer Stunde 1.000 Liter Sprit zu verbrennen, kommt das gut an. Klimawandel? Umweltbewusstsein? Ist hier (noch) kein Thema. Man feiert sich und den Umstand, dass zu rauschenden Festen auch schnell dahinrauschende Boote gehören. So will denn auch Matteo Belardinelli, Sales & Communication Manager bei OTAM, lieber das Thema wechseln.

 

„Die Entstehung der neuen 85 GTS geht auf die 2017er Ausgabe des Cannes Yachting Festival zurück“, erklärt der smarte Italiener. Damals habe die Werft die  OTAM 80 vorgestellt. Eine „Reihe von Kunden“ habe daraufhin ihr Interesse an einer "anderen und offenen oder halboffenen" Version dieser Yacht, bekundet (die gern auch noch ein wenig größer und stärker und schneller hätte sein dürfen). So sei die 85 GTS entstanden, die nun stolz präsentiert wurde.

 

Das Design und die Konstruktion dieses „einmaligen schnellen Cruisers“, der von einem Paar MTU-Motoren mit jeweils 2.600 PS und einem Arneson-Getriebe angetrieben wird, sei das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit des CEO Gianfranco Zanoni, der höchstselbst (als OTAM-Maschinenbau-Ingenieur) auch als Produktionsleiter und Tester fungiert habe, und Umberto Tagliavini von Marine Design & Services. Das in Paris ansässige Architekturbüro „JDA“ Joseph Dirand, vertreten durch Maxime Foster, kümmerte sich auf Wunsch des Kunden um alle Details der Inneneinrichtung und des Designs. Max Riedl von der deutschen Firma Cornelsen & Partner fungierte als Sachverständiger für die Technik und vertrat den Eigentümer. Damien Sauvage von Sauvagepowerboats zeichnete schließlich für die ordnungsgemäße Inbetriebnahme verantwortlich.

 

JDA entwickelte eine Yacht, deren Außenbereich große Aufenthalts- und Entspannungsareale vorsieht, bei denen „die Bedürfnisse und Anforderungen des Kunden berücksichtigt“ worden seien, der diese Einheit als „Tag der offenen Tür“ für sein Sommergrundstück bestellt habe, sagt Joseph Dirand. „Die zwei zentralen Tische“, erklärt der Designer, „können abgesenkt werden und so im Handumdrehen zwei große Liegen schaffen, die vor Sonne und Wind geschützt sind“. Trotzdem sei ein einfacher und ungehinderter Weg über das Deck möglich. Die neue, halboffene GTS sei daher in der Lage, „sicher und ohne Turbulenzen zu fahren“ und biete „selbst bei Höchstgeschwindigkeiten über 45 Knoten höchsten Komfort an Bord“, sagt Dirand.

 

Davon können wir uns bei unserer Testfahrt vor Cannes selbst überzeugen: Natürlich sollte man sich einen sicheren Sitzplatz suchen, bevor die Hebel auf den Tisch gelegt werden – respektive eines Stehplatzes mit Griffleisten in der unmittelbaren Nähe. Selbst bei High Speed – bei unserem Törn waren das knapp 90 km/h – kam nie ein Gefühl der Unsicherheit auf; Wellen schnitt der tiefe V-Rumpf souverän, Kurven nahm das profilierte Unterwasserschiff ebenso sicher, und Fahrtwind war – jedenfalls im vorderen Teil des Achtercockpits – durch den Schutz des halboffenen Hardtops ebenfalls kein Thema. Dieses besteht aus modernen Verbundwerkstoffen, die speziell nach den Vorgaben des Kunden modelliert wurden. Es integriert die Lufteinlässe der Motoren, schützt die geselligen Bereiche  im Freien und verbirgt perfekt den Mechanismus zum Öffnen des Verdecks. Nur wer lange Haare hat oder eine Cap aufgesetzt hat, sollte bei hoher Geschwindigkeit lieber nicht auf der Heck-Sitzbank im Achtercockpit Platz nehmen – hier wirbelt der Fahrtwind ordentlich; und Gespräche sind quasi nur noch brüllend möglich.

 

Trotz der brachialen Kraft des Bootes habe man den „eleganten Charakter des Bootes betonen“ wollen, sagt Dirand. Das sei erreicht worden, indem man die Linien des Aufbaus so weit wie möglich gestreckt habe. Auch die Verkleidung des gesamten Decks mit durchgehendem Teak habe dabei geholfen, dieses Designmerkmal zu erreichen. Alle Elemente, die diese glatte Qualität beeinträchtigten, seien konsequent beseitigt worden.

 

„Wir haben an der Flexibilität der offenen / geschlossenen Dualität gearbeitet“, sagt Dirand; die  Herausforderung habe dabei darin bestanden, „geschützte Räume anzubieten, die trotzdem luftig und hell“ seien sollten. Auch das Schiebedach zeigt dieses Bemühen: es soll sich so weit wie möglich öffnen lassen, um möglichst viel Licht hereinzulassen – und dabei doch möglichst windgeschützt sein.

 

Mit der neuen GTS von OTAM lässt es sich jedoch nicht nur trefflich schnell cruisen; auch für ein komfortables Leben an Bord wurde gesorgt. Dafür stehen zwei groß dimensionierte Master-Suiten, jeweils mit eigenem Bad, die im Bug und in der Mitte der Yacht (hier geht die Kabine über die gesamte Schiffsbreite) angeordnet wurden. Es gibt eine praktische Kombüse gegenüber des Salons mit einer Essecke; hier befindet sich auch ein weiteres Gäste-Bad. Die Mannschaftsräume im Bug wurden unabhängig von den VIP- und Gäste-Bereichen  eingerichtet.

 

Übrigens: wer sich nicht daran stört, dass es seine neue Power-Rakete statt der mit MTU-Motorisierung avisierten 45 Knoten (83 km/h) High Speed „nur“ auf 38 Knoten (70 km/h) bringt, der kann sich bei der Wahl der Motoren auch für das Volvo IPS 1.350-System mit jeweils 1.000 PS (als Dreifach-System) entscheiden. Die nach vorn gerichteten, gegenläufigen Doppelpropeller und die einzeln ansteuerbaren Pods dürften für einen deutlich niedrigeren Kraftstoffverbrauch und bessere Emissionswerte als herkömmliche  Anlagen sorgen. Detaillierte Verbrauchswerte hierzu liegen (noch) nicht vor. Außerdem wird eine Option mit 2 CAT-Dieseln mit jeweils 1.925 PS angeboten. OTAM, Via Cibrario 2, 16154 Sestri Ponente (Genua) – Italien, Tel .: +39 010 60 190 212, otam.it.

 

 

TECHNISCHE EIGENSCHAFTEN

Gesamtlänge: 25,75 m

Länge Wasserlinie: 23,95 m

Breite: 6 m

Verdrängung: 67 t

Kraftstoff: 8.000 l

Wasser: 1.000 l

Grau- / Schwarzwasser: 350 / 350 l

Motoren: 2 x MTU M96L 2.600 PS bei 2.450 U / min

Getriebe: 2 x ZF 3070 Rid 2,5 : 1

Antrieb: 2 x Arneson Drive ASD 15°1L

Cruising speed: 38+ kn, Maximum speed 45+ kn (Werftangaben)

Höchstgeschwindigkeit bei Test (abgelesen): 48 kn (89 km/h)

Reichweite @ cruising speed: 350 sm

RINA CE category “A” classification

 

 

Das Otam-Sortiment ist derzeit in „Fast & Iconic“ und „Custom Range“ unterteilt. „Fast and Iconic“ umfasst die Yachten 45’, 58 Open oder HT, 65 HT und 80 HT sowie die jüngsten Mitglieder der Otam-Familie, die Yachten 85 GTS und 100’. Die Produktion von maßgefertigten Aluminium-Superyachten mit einer Länge von 24 bis 42 Metern begann 2014. OTAM Custom Range arbeitet eng mit den Kunden zusammen, um deren Vision in eine maßgefertigte „One Off“ -Yacht umzusetzen, die sich stark von der Massenproduktion unterscheiden können soll. Die Werft sieht sich hier selbst als ein „Labor, in das Kunden oder Designer ihre Projekte einbringen, entwickeln und bauen“ können sollen. Das Otam Co-Design Lab arbeitet derzeit mit einigen der wichtigsten italienischen und internationalen Designbüros zusammen, darunter Tommaso Spadolini, Umberto Tagliavini, Achille Salvagni, Cristiano Gatto, Paolo Martin, Francesco Guida Design und BG Design Firm. Das in Paris ansässige Architekturbüro JDA hat sich kürzlich ebenfalls angeschlossen.